Auteur: Henk Tennekes

  • Insektensterben und die Folgen – Die Zahl von Brutvögeln, Fledermäusen und Amphibien geht zurück

    Insektensterben und die Folgen – Die Zahl von Brutvögeln, Fledermäusen und Amphibien geht zurück

    Einigermaßen ratlos wirken die Experten des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) angesichts ihrer Daten. Trotz großer und geschützter Auenwälder am Oberrhein, siedeln sich nur wenige Amphibien wie Frösche oder Molche an. Das gilt auch für Fledermäuse. Ihr Lebensraum wird immer besser geschützt, trotzdem bleibt die Population gering. “Wir haben den Verdacht, dass der Rückgang an Insekten dafür ein Grund ist und drängen darauf, dass diese Vermutung wissenschaftlich untersucht wird”, sagt Bianca Goll, Biologin beim BUND in Rheinland-Pfalz.
    Ihre Forderung richtet sich an die “Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage” (KABS). Nach Ansicht des BUND kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Bakterium BTI, Bacillus thuringiensis israelensis, welches die KABS zur Bekämpfung von Stechmücken verwendet, auch schädlich für andere Insekten ist, die ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette sind.

    Diese Bedenken teilen auch die Grünen in Rheinland-Pfalz: “Es ist nicht abschließend geklärt, ob die Stechmücken, die durch die KABS-Bekämpfung nicht schlüpfen, in der Nahrungskette fehlen”, sagt die Grünen-Landesvorsitzende Jutta Paulus. Direkte Auswirkungen auf den Menschen durch den BTI-Einsatz sieht Paulus nicht. “Wenn die Mittel vernünftig und gemäß den Richtlinien verteilt werden, dann treffen sie auch sicher die Insekten, für die sie bestimmt sind”, so Paulus. Eine Erhebung des BUND in Nordrhein-Westfalen macht ihr jedoch Sorgen. Dort seien zuletzt bei einer Zählung 60 Prozent weniger Insekten verzeichnet worden. Diese Insekten müssten doch die Nahrungsgrundlage für andere Tiere gewesen sein. “Damit könne man auch den Rückgang von Brutvögeln erklären”, so Paulus. Sicherlich gebe es aber auch ein Zusammenspiel mit dem Einsatz von Pestiziden auf Feldern.

    Quelle: SWR Aktuell, 24.05.17
    http://www.swr.de/swraktuell/rp/schnakenbekaempfung-der-kabs-naturschuetzer-sehen-fledermaus-co/-/id=1682/did=19597106/nid=1682/e9jxdd/

  • In Oberösterreich ist das einst weit verbreitete Braunkehlchen besonders gefährdet

    In Oberösterreich ist das einst weit verbreitete Braunkehlchen besonders gefährdet

    Es gibt immer weniger Vögel in Österreich. Vor allem jene, die auf Feldern oder Wiesen leben, verschwinden – wie etwa das Braunkehlchen (Saxicola rubetra), der Wiedehopf (Upupa epops) und die Feldlerche (Alauda arvensis). Laut BirdLife Österreich ist die Zahl der Brutpaare in landwirtschaftlichen Gebieten in den letzten 30 Jahren um fast ein Drittel gesunken. Wie Beobachtungen europäischer Ornithologen zeigen, könnte das Vogelgezwitscher vor allem in landwirtschaftlichen Gebieten bald noch seltener werden. Ursprünglich hatte die traditionelle Landwirtschaft die Artenvielfalt erhöht. Heute ist sie in ihrer zunehmend industriell geprägten Form einer der wichtigsten Gründe für den Rückgang an Arten.

    “Bedroht sind vor allem Feld- und Wiesenvögel. Ihnen geht durch zu häufige Wiesenschnitte und Düngungen zunehmend der geeignete Lebensraum verloren”, sagt Gábor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich, und fügt hinzu: “Wir beobachten ein regelrechtes Vogelsterben auf österreichischen Agrarflächen.” Die Situation der Vögel sei dramatisch. Es drohe ein stummer Frühling ohne Vogelgezwitscher.

    So galt etwa das Braunkehlchen einst als häufiger Brutvogel in der artenreichen Kulturlandschaft der Niederungen und Hügelländer des Alpenvorlandes bis in die Bergmähwiesen der Alpen. Heute ist es ein selten gewordener Zaungast. Das Braunkehlchen hat die ehemalig gut besetzten Brutgebiete weitgehend geräumt und sich auf kleine Restvorkommen zurückgezogen.

    Schätzungen aus dem Jahr 2004 zeigen einen österreichweiten Bestand von etwa 5500 Brutpaaren. Inzwischen sind es nur noch 950 bis 1500 Brutpaare. Das entspricht einer Abnahme von 75 bis 80 Prozent.

    In Oberösterreich zeigen sich die Bestandseinbußen des Braunkehlchens besonders stark: Während dort in den 1970er-Jahren noch mehr als 1000 Paare lebten, waren es zuletzt nur noch 35 in den Gemeinden Sandl, Liebenau, Bad Leonfelden und Klaffer.

    Quelle: nachrichten.at, 24.05.17
    http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/BirdLife-warnt-Die-Voegel-sterben;art4,2576070

  • Nur noch 200 Birkhühner in Niedersachsen

    Nur noch 200 Birkhühner in Niedersachsen

    In Niedersachsen gibt es nur noch rund 200 der in ganz Deutschland extrem selten gewordenen Birkhühner (Lyrurus tetrix, Syn.: Tetrao tetrix). Diese Restpopulation in der Lüneburger Heide sei eines der letzten ursprünglichen Vorkommen in Mitteleuropa, teilte die Landesjägerschaft in Hannover mit. Bei einem bundesweiten Bestand von nur noch rund 1200 Exemplaren komme dem Vorkommen eine besondere Bedeutung zu. „Das Birkwild war bis zur Mitte des 20. Jahrhundert ein Charaktervogel der norddeutschen Moore und Heiden“, sagte Egbert Strauß, Wildbiologe der Landesjägerschaft. Seitdem sei der Bestand drastisch gesunken.

    Birkhühner sind scheue Vögel, nur selten kann man sie bei der Balz beobachten. Die Männchen mit ihrem aufgeplusterten schwarz-weißen Federkleid führen dann im flachen Gelände ihren Tanz auf. Der „Kullern“ genannte Teil des Gesangs ist im April und Mai an den Balzplätzen kilometerweit zu hören. Die streng geschützten Birkhühner haben in Niedersachsen ganzjährig Schonzeit. Die Landesjägerschaft setzt sich für Schutz- und Forschungsprojekte ein.

    Quelle: Focus, 29.05.17
    http://www.focus.de/regional/hannover/umwelt-nur-noch-200-birkhuehner-in-niedersachsen_id_7186710.html

  • In Brandenburg piepen nur noch halb so viele Kiebitze

    In Brandenburg piepen nur noch halb so viele Kiebitze

    Kiebitze werden immer seltener. Seit 1996 ist nach Angaben des Naturschutzfonds der Bestand etwa in Brandenburg um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Vom Aussterben bedroht sind bereits andere Wiesenbrüter wie Uferschnepfe (Limosa limosa), Großer Brachvogel (Numenius arquata), Rotschenkel (Tringa totanus) oder Wachtelkönig (Crex crex). “Es gibt nur ein Wort dafür, wie es um Wiesenvögel und Bodenbrüter im Land bestellt ist: schlecht”, betont der Sprecher der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg, Marc Thiele. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) sammelt Angaben zum Vorkommen der Kiebitze bundesweit. Im Brandenburger Teil des Unesco-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe brüten derzeit 50 bis 60 Kiebitz-Paare.

    Der Bestand der Vögel in Deutschland geht drastisch zurück. Vor allem in Agrarlandschaften wie auch in Brandenburg werden weniger Brutpaare gesichtet. Viele finden auf Feldern der intensivierten Landwirtschaft, die mit Chemikalien (Pestiziden, Dünger) behandelt wurden, keine Nahrung mehr. Auch gehen die Flächen mit Grünland zurück, auf denen viele Arten Futter finden.

    Die etwa taubengroßen Kiebitze (Vanellus vanellus) mit dem auffälligen Federkopfschmuck leben vor allem in Niedermooren oder Feuchtgebieten. Mit deren Trockenlegung verlieren sie ihren Lebensraum. Auch Beutejäger wie Fuchs, Marder, Waschbär, Kolkraben und Krähen vernichten die Brut.

    Die Bundesregierung hatte auf eine Kleine Anfrage der Grünen kürzlich mit alarmierenden Zahlen geantwortet: Demnach ist in ganz Deutschland beispielsweise der Bestand der Kiebitze zwischen 1990 und 2013 um 80 Prozent gesunken, die Zahl der Braunkehlchen um 63 Prozent und die der Uferschnepfen um 61 Prozent. Ein Drittel aller Vogelarten zeigte seit Ende der 1990er Jahre “signifikante Bestandsabnahmen”.

    In der EU ist die Zahl der Brutpaare in den landwirtschaftlichen Gebieten zwischen 1980 und 2010 um 300 Millionen zurückgegangen. Das ist ein Minus von 57 Prozent.

    Quelle: RBB 24, 29.05.17
    https://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2017/05/kiebitze-brandenburg-drastischer-rueckgang.html

  • Eine Ruckrede für den Naturschutz

    Eine Ruckrede für den Naturschutz

    Im Krefelder Rathaus ist der Naturschützer und Jäger Paul Nothers mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden. Statt üblicher Dankes-Folklore warnte er in der Rede vor einem dramatischen Artensterben – und nannte Rettungsmöglichkeiten. Die Rede war so ungewöhnlich wie zielführend, der Jäger würde sagen: ein Volltreffer. Im Krefelder Rathaus hat der Orbroicher Naturschützer und Jäger Paul Nothers gestern aus den Händen von Oberbürgermeister Gregor Kathstede das Bundesverdienstkreuz erhalten. Der feierliche Rahmen hätte Anlass zu einer Dankesfolklore geboten, an die sich ein Umtrunk mit Sekt anschließt. Das genau wollte Nothers aber nicht – er hielt eine Ruckrede für den Naturschutz, mit dem sich der Jäger und diplomierte Landwirt seit Jahrzehnten beschäftigt.

    Ein Satz saß besonders: “Ist es Ihnen schon aufgefallen, wie wenig es summt in den letzten Jahren?”, fragte Nothers. Man fühlte in diesen Minuten, dass diese Rede ihre Wirkung nicht verfehlen wird.

    Wie gefährdet die Tierwelt in Krefeld ist, machte er mit einem eindringlichen Vergleich deutlich: “Vor über 50 Jahren zog ich auf den Hof meiner Familie in Orbroich. Da war die Welt noch in Ordnung. Insekten überall, Wild, Hasen, Kaninchen, Rebhühner und Fasane im Überfluss. Singvögel hörte und sah man ständig. Wer eine längere Fahrt im Auto unternahm, musste bald seine Windschutzscheibe von Insekten säubern.” Heute aber würde er viele dieser Tiere nicht mehr sehen: “Mit den fehlenden Insekten verschwindet der Anfang der Nahrungskette. Amphibien sterben, Wespen, Heimchen und Schmetterlinge gehen stark zurück. ”

    Die neuesten Untersuchungen der Entomologen wiesen für 2013 gegenüber 1989 einen Rückgang der Insekten um 80 Prozent im Naturschutzgebiet Orbroich aus, schilderte Nothers, erwähnte auch eine Studie des Bundes für Umwelt- und Naturschutz, nach der das Insektensterben mit dem Einsatz neuartiger Pestizide, sogenannter Neonikotinoiden, zusammenhängt. Diese 1991 erstmals eingeführten Insektizide würden zur Pflanzenbehandlung aber auch direkt zur Saatgutbehandlung eingesetzt. “Wird ein Saatgut damit gebeizt, wandern die Insektizide in die Pflanze vom Stängel bis in die Blüten und Pollen. Jedes Insekt, das dann davon nascht, stirbt.” Zuerst seien daran die Bienen gestorben, schildert Nothers. “Das daraufhin eingesetzte Vogelsterben hat eine bisher nicht gekannte Dimension erreicht.”

    Ins Rathaus war gestern zur Ehrung auch der CDU-Europaabgeordnete Karl-Heinz Florenz gekommen. Nothers dankte ihm dafür, dass die EU reagiert hat und Regularien für den Einsatz von Neonikotinoiden aufgestellt hat – in Deutschland wirkt dieses Verbot ab 2015. Nothers nannte auch Rettungsmöglichkeiten, die Krefeld angehen könnte. “Wir müssen den Insekten konkret helfen, damit der Naturkreislauf wieder in Gang kommt.” Er forderte bessere Messtechniken für das Umweltamt. “Wir sollten uns diese Untersuchungstechniken leisten.” Ein schönes Beispiel für die Vielfalt von Hilfsmaßnahmen, die wir in Krefeld zur Unterstützung von Insekten und Vögeln anwenden, sei das Blühstreifenprojekt. Landwirte, Imker, Insektenforscher und das Krefelder Grünflächenamt würden dort zusammenarbeiten.

    Oberbürgermeister Kathstede sagte am Ende: “Das war ein leidenschaftliches Plädoyer, auch dafür hat sich diese Feierstunde gelohnt.”

    Quelle: RP, 11. April 2014
    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/krefeld/eine-ruckrede-fuer-den-naturschutz-aid-1.4167708

  • Unruhe über dramatische Insektenverluste

    Unruhe über dramatische Insektenverluste

    Die Insektenforscher von Krefelds Entomologischem Verein haben bei einer Messung zum Bestand an Insekten nach einem Standardverfahren eine bestürzende Entdeckung gemacht: Seit 1989 ist demnach die Menge an Insekten an zwei Stellen im Orbroicher Bruch um drei Viertel eingebrochen. “Mehr als 75 Prozent der flugaktiven Insekten sind einfach weg”, sagt Heinz Schwan vom Entomologischen Verein.

    Das seit “wirklich dramatisch”, sagte er. “Und dramatisch ist auch: Wir wissen nicht, woran es liegt und was es für ökologische Folgen haben kann. Wir wissen nur, dass Insekten eine eminente systemische Bedeutung in der Natur haben.” Schwan und seine Mitstreiter fordern nun dringend mehr Forschung über Ursache und Wirkung des Insektenschwundes. In der Fachwelt habe ihre Messung bereits für Unruhe gesorgt. Auf Grundstücken von Paul Nothers haben Heinz Schwan, Martin Sorg, Werner Stenmans und Andreas Müller im Orbroicher Bruch eine Prozedur wiederholt, wie sie 1989 an gleicher Stelle, in gleicher Form und von den gleichen Personen durchgeführt wurde. “Damit sind die Zahlen sehr verlässlich vergleichbar”, betonen die Entomologen.

    Eine Malaise-Insektenfalle, die die Entomologen im Orbroicher Bruch aufgestellt haben: Insekten werden angelockt und nach oben hin einen Schale mit Alkohol geleitet. Auf einer Wiese etwa 50 Meter vom Flöthbach entfernt wurden demnach zwei sogenannte Malaise-Insektenfallen aufgestellt – benannt nach dem schwedischen Insektenforscher René Edmond Malaise (1892 – 1978). Dabei werden die gefangenen Insekten über viele Monate gesammelt und gewogen. Hat man so 1989 noch an einem Standort rund 1,4 Kilogramm Bio-Insektenmasse gesammelt, waren es jetzt nur noch weniger als 300 Gramm – Sorg: “Das sind schon dramatische Werte, die wir uns schlechterdings nicht erklären können.”

    Paul Nothers, dem das Gelände, auf dem die Messung initiiert wurde, gehört, ergänzt: “Dramatisch ist auch, dass offenbar all die Anstrengungen, das Orbroicher Bruch und den Flöthbach zu renaturieren, nicht wirklich fruchten. Es sieht zwar heute schöner aus als früher, aber es fehlen die Tiere.” Die Krefelder Entomologen betonen, dass ein solcher Insektenschwund Naturschutzbemühungen konterkariere und unabsehbare Folgen für ein Öko-System habe – Sorg dazu: “Gravierend ist der Verlust in der Nahrungskette; alle insektenfressenden Tiere haben damit ein Überlebensproblem.

    Gravierend ist auch der Verlust an öko-systemischen Funktionen. Dazu gehören Blütenbestäubung, Zersetzungsprozesse oder die Qualität des Bodens, um nur wenige Beispiele zu nennen. Gravierend ist drittens der Verlust von Schlüsselarten – Arten mit besonderer Funktion, deren Verlust zwangsläufig das schleichende Verschwinden vieler anderer Arten nach sich zieht.” Schwan, Sorg und ihre Mitstreiter wollen über Ursachen nicht spekulieren – sie fordern aber rasche und gründliche Aufklärung zu den Ursachen und Verursachern dieses Insektenschwundes inmitten von Naturschutzgebieten.

    Sie halten ihre Messergebnisse für unangreifbar und relevant: Der Vergleich mit ’89 sei fachlich und methodisch sauber – “das Gelände ist dasselbe, die Menschen, die die Messung gemacht haben, auch”, betont Sorg. Das Gelände habe sich optisch eher verbessert, sagt Nothers – eigentlich müsste es ein kleines Naturparadies sein. Eben das macht den Schwund aus Sicht der Entomologen so unheimlich und bedrückend.

    Quelle: RP, 30. Dezember 2013
    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/krefeld/unruhe-ueber-dramatische-insektenverluste-aid-1.3913667

  • Schmetterlinge sind in Österreich ähnlich gefährdet wie Bienen

    Schmetterlinge sind in Österreich ähnlich gefährdet wie Bienen

    Schmetterlinge sind die Lieblinge der Insektenwelt. Die teils kunterbunten filigranen Wesen scheinen als Motive allgegenwärtig – doch die Hälfte gilt in Österreich als gefährdet, so ein Ergebnis des zweiten Schmetterlingsreports. Die aktuelle Bestandsaufnahme lässt ein leises und langsames Verschwinden vieler Arten befürchten, warnten Experten bei einem Pressegespräch in Wien.

    Von den rund 4070 heimischen Schmetterlingsarten zählen 208 zu den Tagfaltern. Im Europavergleich liegt Österreich damit an der Spitze, was vor allem an der abwechslungsreichen Landschaften liegt. Allein in Niederösterreich findet man mit 3511 fast so viele unterschiedliche Arten wie in der Gesamten Bundesrepublik (3600). Selbst in Schutzgebieten hat sich der Bestand aber drastisch dezimiert. “Die Bedrohung für Bienen ist sehr gut aufgearbeitet”, so “Global 2000”-Geschäftsführerin Leonore Gewessler. Sie forderte auch für die zarten Falter sofortige Schutzmaßnahmen. Die 2016 gemeinsam mit der REWE-Stiftung “Blühendes Österreich” initiierte “Schmetterlings-App” ist die beliebteste ihrer Art im Bereich Natur-und Umweltschutz und eine Möglichkeit für jedermann, sich aktiv einzubringen.
    Quelle:
    Kronen-Zeitung, 22.05.17
    http://www.krone.at/wissen/schmetterlinge-in-oe-aehnlich-gefaehrdet-wie-bienen-pestizide-verbauung-story-570637

  • The Urgent Need for a New Concept in Agriculture

    The Urgent Need for a New Concept in Agriculture

    The industrialization of the agricultural sector has increased the chemical burden on natural ecosystems. Pesticides are agrochemicals used in agricultural lands, public health programs, and urban green areas in order to protect plants and humans from various diseases. However, due to their known ability to cause a large number of negative health and environmental effects, their side effects can be an important environmental health risk factor. The urgent need for a more sustainable and ecological approach has produced many innovative ideas, among them agriculture reforms and food production implementing sustainable practice evolving to food sovereignty. It is more obvious thanever that the society needs the implementation of a new agricultural concept regarding food production, which is safer for man and the environment.
    Source:
    Polyxeni Nicolopoulou-Stamati et al. Front. Public Health, 18 July 2016 | https://doi.org/10.3389/fpubh.2016.00148

  • Het aantal insecten in Europa is drastisch gedaald

    Het aantal insecten in Europa is drastisch gedaald

    Een club van Duitse insectenkenners die op een wetenschappelijke manier insecten meten in een natuurreservaat in Noordwest Duitsland, heeft in 24 jaar tijd een achteruitgang met 78 procent vastgesteld. De resultaten van hun onderzoek staan in Science, zo meldt Natuurpunt. De ‘Krefelder Entomologischen Vereind maakte voor de studie in het ‘Naturschutzgebied Orbroicher Bruch’ gebruik van zogenaamde malaisevallen. Dat zijn tentvormige vallen waarbij alle insecten die per toeval in de tent komen, in een pot met een alcoholoplossing terecht komen. Terwijl men in 1989 in bloemrijke hooilanden nog één tot anderhalve kilo insecten ving, was dat in 2013 nog 300 gram. Ook de soortenrijkdom ging achteruit: in 1989 werden 143 soorten zweefvliegen gevangen, in 2013 waren er dat nog 104.

    “Ook elders in Europa horen we onrustwekkende signalen”, zegt Wim Veraghtert van Natuurpunt. “In Groot-Brittannië gebeurt er al lang gestandaardiseerd onderzoek naar insecten. Uit het nachtvlindermeetnet dat daarvan deel uitmaakt, blijkt dat een aantal nachtvlindersoorten die nog steeds (vrij) algemeen zijn, een achteruitgang van meer dan 70 procent kenden. En ook bij ons is er niet veel reden voor optimisme.”

    Bron: HLN, 23-05-17
    http://www.hln.be/hln/nl/957/Binnenland/article/detail/3165455/2017/05/23/Zorgwekkend-aantal-insecten-in-Europa-drastisch-gedaald.dhtml

  • Mathematische Beziehungen zwischen Dosis und Wirkung in der Toxikologie

    Mathematische Beziehungen zwischen Dosis und Wirkung in der Toxikologie

    Die Druckrey-Küpfmüller-Gleichung ist eine in der Toxikologie verwendete mathematische Beziehung zwischen der Dosis eines Giftstoffes und der Dauer der Verabreichung, beziehungsweise Exposition, bis zum Eintreten der Wirkung dieses Giftes. Es handelt sich also um eine Dosis-Wirkungs-Beziehung, die das Prinzip der Summationswirkung etwa bei krebserregenden Substanzen berücksichtigt. Beispielsweise kann die Toxizität vieler Substanzen wie Organophosphaten und Neonicotinoiden durch die Druckrey-Küpfmüller-Gleichung beschrieben werden, da dort irreversible Bindungen an spezifische Rezeptoren vorliegen.

    Die Gleichung lautet:

    d x t^n=konstant

    wobei d die Dosis und t die Expositionsdauer bis zum Eintreten der Wirkung bezeichnet, und der Exponent n eine Verstärkerwirkung der Zeit wiedergibt wenn sie grösser ist als 1. Wenn n=1, entsteht die Habersche Regel.

    Die Habersche Regel ist eine in der Toxikologie verwendete mathematische Beziehung zwischen der Konzentration eines Giftstoffes und der Dauer der Verabreichung, beziehungsweise Exposition, dieses Giftes. Die Habersche Regel ist nach dem deutschen Chemiker Fritz Haber benannt, der diese Dosis-Dauer-Beziehung erstmals bei der Einwirkung von Giftgasen, unter anderem Phosgen, aufstellte.

    Die Habersche Regel besagt, dass ein konstantes Produkt aus Konzentration (c) und Dauer (t) einer konstanten biologischen Wirkung (k) entspricht:

    c x t=konstant

    Die biologische Wirkung kann eine Erkrankung (beispielsweise Krebs) oder der Tod des exponierten Lebewesens sein. Mit anderen Worten besagt die Habersche Regel, dass identische Produkte von Konzentration und Dauer der Verabreichung dazu führen, dass die gleiche Wirkung eintritt. Das heißt, dass bei ständiger Zufuhr einer unterschwellig toxischen Dosis die Giftigkeit mit der Zeit ansteigt.

    Im Diagramm (siehe Abbildung) mit linear skalierten Achsen ergibt sich die hyperbolische Kurvenform. In doppeltlogarithmischer Darstellung dagegen eine Gerade.

    Benannt ist die Gleichung nach dem Pharmakologen Hermann Druckrey und dem Ingenieur Karl Küpfmüller. Die Arbeit entstand 1948 in einem Internierungslager der Alliierten.

    Literatur
    H. A. Tennekes: The significance of the Druckrey-Küpfmüller equation for risk assessment–the toxicity of neonicotinoid insecticides to arthropods is reinforced by exposure time. In: Toxicology. Band 276, Nummer 1, September 2010, S. 1–4, PMID 20803795.
    H. A. Tennekes, F. Sánchez-Bayo: The molecular basis of simple relationships between exposure concentration and toxic effects with time. In: Toxicology. Band 309, Juli 2013, S. 39–51, doi:10.1016/j.tox.2013.04.007, PMID 23603429.
    Henk Tennekes, Josef Hoppichler: Chemikalien: Menge und Zeit machen das Gift. In Oekoskop – Fachzeitschrift der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz 4/15, 2015, S. 19–22.
    Hermann Druckrey, Karl Küpfmüller: Quantitative Analyse der Krebsentstehung. In: Zeitschrift für Naturforschung. 1948, Band 3 b, S. 254–266.
    V. Wunderlich. On the origins of the Druckrey-Küpfmüller Papers (1948–1949): dose-effect relations in carcinogenic substances. In: Medizinhistorisches Journal. Band 40, Nummer 3–4, 2005, S. 369–397, PMID 16382692.
    F. Haber: Zur Geschichte des Gaskrieges. In: Fünf Vorträge aus den Jahren 1920-1923 Julius Springer, 1924.

    Quelle: Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Druckrey-K%C3%BCpfm%C3%BCller-Gleichung
    https://de.wikipedia.org/wiki/Habersche_Regel