Auteur: Henk Tennekes

  • Fischbestand im Doubs ist seit Jahren rückläufig

    Fischbestand im Doubs ist seit Jahren rückläufig

    Urs Dublin blickt auf den Doubs und runzelt die Stirn. Durch den Kopf geht ihm «nichts Gutes». Sein Zustand bereitet ihm Sorgen. Und mit ihm vielen anderen Anglern, etwa der «Société des pêcheurs à la ligne du Doubs». Aber auch den vielen Naturliebhabern, die sich dafür einsetzen, dass zum Doubs, einem der naturbelassensten Flüsse Europas, Sorge getragen wird. Dies zu Recht. Denn das Ökosystem des Flusses wird gleich von mehreren Seiten her beeinträchtigt: Durch variable, schnell ändernde Pegelstände des Wassers sowie durch um sich greifende Krankheiten wie den Saprolegnia-Pilz. Aber auch Gewässerverschmutzungen und Mikro-Verunreinigungen tragen das ihre dazu bei. «Wenn es so weitergeht», so schreibt der ortsansässige Anglerverein, «werden unsere Flussbewohner in nicht allzu weiter Zukunft nur noch eine ferne Erinnerung sein, und unsere Kinder werden Fische aus den Büchern und von den Angelfotos ihrer Eltern kennen.»

    Urs Dublin blickt auf den Doubs und runzelt die Stirn. Durch den Kopf geht ihm «nichts Gutes». Sein Zustand bereitet ihm Sorgen. Und mit ihm vielen anderen Anglern, etwa der «Société des pêcheurs à la ligne du Doubs». Aber auch den vielen Naturliebhabern, die sich dafür einsetzen, dass zum Doubs, einem der naturbelassensten Flüsse Europas, Sorge getragen wird. Dies zu Recht. Denn das Ökosystem des Flusses wird gleich von mehreren Seiten her beeinträchtigt: Durch variable, schnell ändernde Pegelstände des Wassers sowie durch um sich greifende Krankheiten wie den Saprolegnia-Pilz. Aber auch Gewässerverschmutzungen und Mikro-Verunreinigungen tragen das ihre dazu bei. «Wenn es so weitergeht», so schreibt der ortsansässige Anglerverein, «werden unsere Flussbewohner in nicht allzu weiter Zukunft nur noch eine ferne Erinnerung sein, und unsere Kinder werden Fische aus den Büchern und von den Angelfotos ihrer Eltern kennen.»

    Urs Dublin war erstmals am Pfingstwochenende 1963 am Doubs. «Ich ­angelte unter anderem in der Nähe von Tariche, wenige Kilometer von St-Ursanne entfernt, und fing zwei schöne Forellen.» Danach packte den ehemaligen Lehrer die Faszination und Leidenschaft des Fliegenfischens, also die wahre Kunst des Angelns. Es hatte Fische, «dass es gchlöpft het». Zwar sei es auch damals vorgekommen, dass man ohne Fang wieder nach Hause ging. «Bei guten Bedingungen jedoch konnte man zehn bis fünfzehn Forellen an einem Abend fangen.»

    Tempi passati. Der Fischbestand ist merklich zurückgegangen. Und: Man sieht immer mehr Fische, die auf dem Rücken schwimmen oder auf diese ­Weise im zunehmenden Algenbewuchs hängen. Ebenso rückläufig wie die Fische ist auch die Zahl der Angler. Wurden vor zehn Jahren am Doubs, dem ausgewiesenen Fliegenfischer-Paradies, noch reichlich Angler gesichtet, so trifft man heute nur noch wenige Angler. Diese Entwicklung spiegelt auch die schwankende Mitgliederzahl des Anglervereins: War dieser zu den besten Zeiten mit rund 450 Mitgliedern bestückt, so zählt dieser heute vielleicht noch knapp 200 Mitglieder. Die Wasserkraftwerke verursachen mit der Stauung des Wassers beziehungsweise der Entleerung des Beckens wohl das grösste Problem. Während der Laichzeit der Fische sind plötzlich wechselnde Pegelstände des Wassers tödlich: Der Laich wird entweder weggeschwemmt, oder er befindet sich plötzlich im Trockenen. So kann nur ungenügend Jungfisch nachwachsen. Angesprochen ist hierbei vor allem die Elektrowirtschaft in Frankreich. In der Schweiz gibt es lediglich ein kleines Kraftwerk bei La Goule.

    Vielfältige Hilfsmassnahmen

    Das Problem ist längst erkannt, Arbeitsgruppen wurden gegründet, Papiere verfasst, doch viel passierte bisher nicht. Die Berner Konvention, die angerufen wurde, empfiehlt nun bis 2016 die Umsetzung verschiedener Massnahmen. Der Lebensraum und die Populationen des heute überaus seltenen Roi du Doubs, jedoch auch aller anderen Fische wie etwa Forellen, Barsche, ­Äschen, Hechte und Weissfische, soll in «einen günstigen Erhaltungszustand» zurückversetzt werden.

    Um dieses Ziel zu erreichen, soll die Fisch-Durchgängigkeit des Flusses verbessert werden. Alte Wehre sollen möglichst abgerissen werden. Ausserdem soll der schädliche Schwall-Sunk-Betrieb der Wasserkraftwerke, der für die schnellen Änderungen der Pegelstände verantwortlich ist, abgeschafft werden. Auch die Düngerbelastung durch die landwirtschaftliche Nutzung soll reduziert werden. Das Land wird oftmals bis an die Gestade des Doubs bewirtschaftet. Oftmals wird Futtermais angepflanzt. «Da müssen Pestizide und Dünger rein», so Dublin. Und über die Viehwirtschaft gelangt Antibiotika und anderes in den Fluss: «Ich kenne keinen Biobauern direkt am Doubs.»

    Die Kläranlagen entlang des Flusses sollen, so eine weitere Forderung, rasch modernisiert werden. Der Doubs, so Dublin, sei mit Mikroverunreinigungen belastet, etwa durch Medikamentenrückstände, welche die Kläranlagen passieren. Die Sanierung der Kläranlagen ist deshalb eine Notwendigkeit. In den Augen der Naturschutz- und ­Fischerei-Verbände sind das wichtige und richtige Empfehlungen an die Schweiz und Frankreich. Damit sollen die Interessen neu fokussiert werden – von der Ausbeutung der Natur hin zu deren Erhaltung und Schutz.

    2011 trafen sich an der schweizerisch-französischen Grenze in Goumois Fischer und Naturfreunde, um gegen den rücksichtslosen Umgang mit dem Doubs zu protestieren. «Die Politiker beschränken sich lediglich darauf, in der Presse unter der Rubrik ‹Rettet den Doubs› positive Nachrichten zu verbreiten», schreibt die Société des Pêcheurs. Mitte Mai wurde eine weitere Manifestation durchgeführt, diesmal im französischen Saint-Hippolyte. Dort wurden nicht nur die Missstände im Doubs, sondern auch in den Nachbarflüssen ­beklagt. Etwa die hohe Sterblichkeit von Forellen und Äschen, dies auch in den Gewässern der Loue, im Ain, in der Bienne und im Dessoubre. In einer Petition an die zuständige Ministerin Ségolène Royal wird eine Normanpassung an die fragilen Karstflüsse verlangt.

    Zwei Wochen keine Grippe

    Die Wasserwerke verursachen nur einen, wenn auch wichtigen Teil der Probleme, die den Doubs und die angrenzenden Gewässer belasten. Anfangen, so Dublin, müsse man deshalb bei den Betreibern der Kraftwerke. Heute würde die Elektroindustrie jedoch «mit dem Segen des Bundes» mit Samthandschuhen angefasst. Doch auch die Holzwirtschaft sei nicht unschuldig: Gefällte Bäume werden gegen schnelle Fäulnis gesprayt, sodass sie länger liegen gelassen werden können. Bei Regen fliessen diese Chemikalien dann in den Fluss. Bei den Bauern wäre eine Umstellung auf Bio-Betriebe relativ einfach durch- und umzusetzen. Schwieriger, da vor allem teurer, sei es wohl, die Kläranlagen umzurüsten und auf den neuesten Stand der Technik zu bringen.

    Die Beeinträchtigungen durch Kajakfahrten und Schwimmer seien, so Dublin, vernachlässigbar. Apropos Schwimmer: Der Clos du Doubs ist ein beliebtes Ausflugsziel in der wärmeren Jahreszeit. Und dies nicht nur für Menschen, die in der Region leben. Gerne wird im Doubs auch gebadet. Die Wasserqualität lässt das zu – auch heute. Doch was, wird Wasser geschluckt? «Dann», so Dublin, «kriegt man zwei Wochen keine Grippe.»
    Quelle: Basler Zeitung, 14.08.2014
    http://bazonline.ch/basel/land/Fischbestand-im-Doubs-ist-seit-Jahren-ruecklaeufig/story/30743609

  • Aerotoxic syndrome – Air travel can seriously damage your health

    Aerotoxic syndrome – Air travel can seriously damage your health

    There are numerous concerns regarding the neurotoxicity of contaminated air inside pressurized aircraft. Neurological symptoms have been seen in many aircrew personnel who have reportedly been exposed to the potentially toxic breathable air in airliners. Symptoms, allegedly contracted by aircrew and passengers, are thought to be caused by a single large exposure or repetitive cumulative low-level exposures to toxic chemicals in the airliner internal air. Genetic variation plays a rôle. We report here the case of a 43-year old airline pilot who presented with neurological deficits and other symptoms. The pilot died without regaining good health. In vivo blood had been collected ante mortem. Analysis of the serum confirmed grossly elevated levels of serum autoantibody biomarkers for neuronal cell degeneration compared with a control group. At autopsy, various tissues underwent histopathological assessment. Brain and spinal tissues exhibited axonal degeneration and demyelination. Peripheral nerves showed T-lymphocyte infiltration and demyelination. T lymphocytes had infiltrated the heart muscle tissue. The post-mortem tests and pathological examination of the nervous system confirm the autoantibody biomarker results. Differential diagnosis showed that the work environment, clinical condition, histopathology and serum biomarkers for nervous system injury are consistent with organophosphate-induced neurotoxicity. The results also showed that exposure to organophosphates rendered the nervous system and heart tissue sensitive and predisposed to further injury.

    There are numerous concerns regarding the neurotoxicity of contaminated air inside pressurized aircraft. Neurological symptoms have been seen in many aircrew personnel who have reportedly been exposed to the potentially toxic breathable air in airliners. Symptoms, allegedly contracted by aircrew and passengers, are thought to be caused by a single large exposure or repetitive cumulative low-level exposures to toxic chemicals in the airliner internal air. Genetic variation plays a rôle. We report here the case of a 43-year old airline pilot who presented with neurological deficits and other symptoms. The pilot died without regaining good health. In vivo blood had been collected ante mortem. Analysis of the serum confirmed grossly elevated levels of serum autoantibody biomarkers for neuronal cell degeneration compared with a control group. At autopsy, various tissues underwent histopathological assessment. Brain and spinal tissues exhibited axonal degeneration and demyelination. Peripheral nerves showed T-lymphocyte infiltration and demyelination. T lymphocytes had infiltrated the heart muscle tissue. The post-mortem tests and pathological examination of the nervous system confirm the autoantibody biomarker results. Differential diagnosis showed that the work environment, clinical condition, histopathology and serum biomarkers for nervous system injury are consistent with organophosphate-induced neurotoxicity. The results also showed that exposure to organophosphates rendered the nervous system and heart tissue sensitive and predisposed to further injury.

    Source:
    Mohamed B. Abou-Donia, F.R.W. van de Goot and M.F.A. Mulder. Journal of Biological Physics and Chemistry 14 (2014) 1-19

  • US-Behörde verbietet bienengefährliche Neonicotinoide

    US-Behörde verbietet bienengefährliche Neonicotinoide

    Der US Government Fish and Wildlife Service hat soeben für alle Naturschutzgebiete im Zuständigkeitsbereich der Behörde ein Verbot von GV-Pflanzen und Neonicotinoide ausgesprochen. Es ist die erste derartige Entscheidung einer staatlichen Behörde der USA. Die im Jahr 1940 ins Leben gerufene Behörde ist für über 560 Naturschutzgebiete und Tausende anderer besonders geschützter Gebiete mit einer Gesamtfläche von rund 60 Millionen Hektar in den USA zuständig. Außerdem betreibt sie 70 Fischbrutbetriebe und unterhält 65 Büros für Fischereiressourcen. »Wir haben entschieden, dass der prophylaktische Einsatz, beispielsweise die Behandlung des Saatguts mit Neonicotinoiden, die sich systemisch in der Pflanze verteilen und ein breites Spektrum von Nicht-Zielarten beeinträchtigen können, mit der Politik des Service nicht vereinbar ist«, schrieb James Kurth, der Chef des National Wildlife Refuge System, am 17. Juli in einem Memorandum. Das landesweite Verbot der Neonicotinoide folgt auf Verbote der Behörde in den Bundesstaaten Washington, Oregon, Idaho, Hawaii und den Pazifikinseln.

    Der US Government Fish and Wildlife Service hat soeben für alle Naturschutzgebiete im Zuständigkeitsbereich der Behörde ein Verbot von GV-Pflanzen und Neonicotinoide ausgesprochen. Es ist die erste derartige Entscheidung einer staatlichen Behörde der USA. Die im Jahr 1940 ins Leben gerufene Behörde ist für über 560 Naturschutzgebiete und Tausende anderer besonders geschützter Gebiete mit einer Gesamtfläche von rund 60 Millionen Hektar in den USA zuständig. Außerdem betreibt sie 70 Fischbrutbetriebe und unterhält 65 Büros für Fischereiressourcen. »Wir haben entschieden, dass der prophylaktische Einsatz, beispielsweise die Behandlung des Saatguts mit Neonicotinoiden, die sich systemisch in der Pflanze verteilen und ein breites Spektrum von Nicht-Zielarten beeinträchtigen können, mit der Politik des Service nicht vereinbar ist«, schrieb James Kurth, der Chef des National Wildlife Refuge System, am 17. Juli in einem Memorandum. Das landesweite Verbot der Neonicotinoide folgt auf Verbote der Behörde in den Bundesstaaten Washington, Oregon, Idaho, Hawaii und den Pazifikinseln.

    Laut Dr. Henk Tennekes, einem niederländischen Toxikologen und Experten über die Auswirkungen der Neonicotinoide, sind »die derzeit verwendeten Neonicotinoid-Insektizide wasserlöslich (hydrophil), sie gelangen in die gesamte Pflanze. Ihr scheinbarer Vorteil besteht darin, dass die angewendeten Konzentrationen viel geringer sind als bei traditionell angewendeten Insektiziden. Doch Nicht-Ziel-Insekten wie Honigbienen oder Schmetterlinge, die kontaminierte Pollen oder den Nektar der Pflanzen einsammeln, werden vergiftet. Darüber hinaus können Neonicotinoide vom Boden ins Grundwasser gelangen und ganz allgemein eine Gefahr für Nicht-Ziel wirbellose Tiere darstellen.« Das ist noch nicht alles; denn die Wirkung erstreckt sich auf die gesamte Nahrungskette. Wie Tennekes erklärt, reduziert die Schädigung oder das Töten von Nicht-Ziel-Insekten und anderen Gliederfüßern die »Nahrung für höhere Organismen. Wird ein Glied in der Nahrungskette gebrochen, können alle Organismen oberhalb der Bruchstelle vom Aussterben bedroht sein.«

    Am 31. Januar 2013 empfahl die EU-Kommission, drei Neonicotinoid-Pestizide ab dem 1. Juli 2013 bis spätestens zum Juli 2015 vom Markt zu nehmen. Dabei handelte es sich um Clothianidin und Imidacloprid von Bayer und Thiamethoxam von Syngenta. Die Kommission fällte diese Entscheidung damals gegen den Widerstand der deutschen und der britischen Regierung.

    Im Juni 2014 veröffentlichte die Task Force on Systemic Pesticides [eine 2009 gegründete Arbeitsgruppe von Wissenschaftlern] ihr sogenanntes »Worldwide Integrated Assessment« (WIA, weltweite integrierte Beurteilung), in dem signifikante Schäden an Bienen und Umwelt durch die verbreitete Anwendung von Neonicotinoiden (Neonics) dokumentiert werden. Wie im Bericht betont wird, sind Neonics und deren Abbauprodukte schon in sehr niedrigen Konzentrationen dauerhaft schädlich.

    Die Wissenschaftler verwiesen auf erhebliche Schlupflöcher, insbesondere in den Verordnungen der US-Umweltbehörde, mit deren Hilfe die Neonicotinoide Anfang der 1990er Jahre auf den Markt gebracht werden konnten. Für die Studie wurden mehr als 800 expertenbegutachtete wissenschaftliche Veröffentlichungen konsultiert.

    Der Bericht der Task Force bestätigt Tennekes Warnung. Abschließend heißt es dort: »Die Studie zeigt, dass Neonicotinoide und Fipronil ein breites Spektrum lebender Organismen beeinträchtigen. Landbewohnende Nicht-Wirbeltiere, wie beispielsweise Regenwürmer, und Bestäuber, wie Bienen und Schmetterlinge, sind am stärksten betroffen. Die genannten Pestizide zeigen auch Wirkung auf wasserbewohnende Nicht-Wirbeltiere, Vögel, Fische, Amphibien und Mikroben. Gegenwärtig vorliegende Daten reichen zur Beurteilung der Wirkung auf Säugetiere oder Reptilien nicht aus … Neonicotinoide und Fipronil sind hochgradig nervenschädigende Substanzen. Sie sind hartnäckig und akkumulieren in Böden, Sedimenten, Wasser sowie behandelten und nicht behandelten Vegetationen.«

    Quelle: F. William Engdahl im Kopp Verlag, 11.08.14
    http://info.kopp-verlag.de/medizin-und-gesundheit/gesundes-leben/f-william-engdahl/us-behoerde-verbietet-bienengefaehrliche-neonicotinoide.html

  • Immunotoxic effects of imidacloprid following 28 days of oral exposure in BALB/c mice

    Immunotoxic effects of imidacloprid following 28 days of oral exposure in BALB/c mice

    The objective of the present study was to evaluate immunotoxic effects of imidacloprid in female BALB/c mice. Imidacloprid was administered orally daily at 10, 5, or 2.5 mg/kg over 28 days. Specific parameters of humoral and cellular immune response including hemagglutinating antibody (HA) titer to sheep red blood cells (SRBC; T-dependent antigen), delayed type hypersensitivity (DTH) response to SRBC, and T-lymphocyte proliferation in response to phytohemagglutinin (PHA) were evaluated. The results showed that imidacloprid at high dose, specifically suppressed cell-mediated immune response as was evident from decreased DTH response and decreased stimulation index of T-lymphocytes to PHA. At this dose, there were also prominent histopathological alterations in spleen and liver. Histopathological analysis of footpad sections of mice revealed dose-related suppression of DTH response. Imidacloprid at low dose of 2.5 mg/kg/day did not produce any significant alterations in cellular and humoral immune response and it seemed to be an appropriate dose for assessment of ‘no observable adverse effects level’ for immunotoxicity in BALB/c mice. The results also indicated that imidacloprid has immunosuppressive effects at doses >5 mg/kg, which could potentially be attributed to direct cytotoxic effects of IMD against T cells (particularly TH cells) and that long-term exposure could be detrimental to the immune system.

    The objective of the present study was to evaluate immunotoxic effects of imidacloprid in female BALB/c mice. Imidacloprid was administered orally daily at 10, 5, or 2.5 mg/kg over 28 days. Specific parameters of humoral and cellular immune response including hemagglutinating antibody (HA) titer to sheep red blood cells (SRBC; T-dependent antigen), delayed type hypersensitivity (DTH) response to SRBC, and T-lymphocyte proliferation in response to phytohemagglutinin (PHA) were evaluated. The results showed that imidacloprid at high dose, specifically suppressed cell-mediated immune response as was evident from decreased DTH response and decreased stimulation index of T-lymphocytes to PHA. At this dose, there were also prominent histopathological alterations in spleen and liver. Histopathological analysis of footpad sections of mice revealed dose-related suppression of DTH response. Imidacloprid at low dose of 2.5 mg/kg/day did not produce any significant alterations in cellular and humoral immune response and it seemed to be an appropriate dose for assessment of ‘no observable adverse effects level’ for immunotoxicity in BALB/c mice. The results also indicated that imidacloprid has immunosuppressive effects at doses >5 mg/kg, which could potentially be attributed to direct cytotoxic effects of IMD against T cells (particularly TH cells) and that long-term exposure could be detrimental to the immune system.

    Source:
    Prarabdh C. Badgujar et al. (2013) Env. Toxicol. Pharmacol. 35, 408–418

  • El silencio de los pájaros y el insecticida de Bayer

    El silencio de los pájaros y el insecticida de Bayer

    ¿Por qué se oye cada vez menos el canto de las aves en muchas zonas? ¿Están los insecticidas llevándose por delante las poblaciones de pájaros? Un artículo científico en la revista Nature asocia el insecticida más usado del mundo con la reducción de las poblaciones de algunas especies de pájaros. La investigación, realizada por la universidad holandesa de Radboud en Nijmegen, muestra cómo coinciden las zonas en cuyas aguas se miden concentraciones altas de un famoso insecticida de la multinacional Bayer, el imidacloprid, con las áreas en las que están cayendo de manera más notable las poblaciones de diferentes especies de aves. Las víctimas estudiadas son, fundamentalmente, aves insectívoras que cada vez se ven en menor número en muchas zonas agrarias.

    ¿Por qué se oye cada vez menos el canto de las aves en muchas zonas? ¿Están los insecticidas llevándose por delante las poblaciones de pájaros? Un artículo científico en la revista Nature asocia el insecticida más usado del mundo con la reducción de las poblaciones de algunas especies de pájaros. La investigación, realizada por la universidad holandesa de Radboud en Nijmegen, muestra cómo coinciden las zonas en cuyas aguas se miden concentraciones altas de un famoso insecticida de la multinacional Bayer, el imidacloprid, con las áreas en las que están cayendo de manera más notable las poblaciones de diferentes especies de aves. Las víctimas estudiadas son, fundamentalmente, aves insectívoras que cada vez se ven en menor número en muchas zonas agrarias.

    Es toda una siniestra ironía que los insecticidas químicos sintéticos puedan estarse llevando por delante a los pájaros insectívoros, es decir, a los más consumados insecticidas biológicos. Unos seres que, además de cumplir ésa importante función, dotan de una belleza y poesía sin par, con sus plumajes y cantos, los campos. Pero eso es lo que sugiere el estudio realizado en los Países Bajos y publicado en Nature.

    Aunque el estudio se ha realizado sobre poblaciones de pájaros en Holanda, al ser este insecticida el más usado en la agricultura a escala planetaria, sus conclusiones podrían ser aplicables a zonas mucho más extensas del planeta. Y, además, debe tenerse en cuenta que los pájaros son especies bioindicadoras.

    Es decir, que lo que pasa con ellas revela impactos que afectan a todo el ecosistema (hombres incluidos) y no a los pájaros solo. Ese es el motivo por el que dentro de los indicadores de la calidad de vida de Eurostat se incluyen parámetros como el de las poblaciones de aves o de las mariposas. Y ambas, por cierto, están cayendo en toda Europa en las últimas décadas.

    La investigación combina los datos detallados existentes sobre las tendencias de las poblaciones de aves a nivel local en numerosos puntos a lo largo y ancho de toda la geografía de ése país y una serie de factores ambientales que se dan en cada uno de ellos, entre los cuales se cuentan las concentraciones de imidacloprid en las aguas superficiales. La conclusión es que se ve una relación entre el imidacloprid y posibles efectos dañinos indirectos, a través de la cadena alimentaria, sobre estas aves. Dicen los investigadores holandeses que deben cambiarse las leyes y que “la futura legislación debería tener en cuenta los potenciales efectos en cascada que tienen los neonicotinoides sobre los ecosistemas”.

    “Nuestros resultados” -dicen los autores del estudio- “sugieren que el efecto de los neonicotinoides sobre el medio natural es incluso más sustancial de lo que había sido reportado recientemente y que recuerda a los efectos de los pesticidas persistentes en el pasado”. Se refieren a los efectos que, allá por los años 60, llevaron a la bióloga norteamericana Rachel Carson a poner el título de Primavera silenciosa su más famoso libro. El título procedía del impacto psicológico tremendo que producía la idea de una primavera sin los cantos de las aves. Y es que el inicio del uso masivo de aquella primera generación de pesticidas, los pesticidas organoclorados persistentes como el DDT, tuvo como una de sus primeras consecuencias una aterradora desaparición de los pájaros en muchas zonas. El uso de aquellas primeras sustancias, que todavía tenemos en nuestros cuerpos como una herencia envenenada buena parte de los occidentales, fue sustituido por el de otros pesticidas que siempre se presentaban como más “ecológicos” hasta que finalmente acababa demostrándose que también causaban consecuencias lamentables. Así hasta que en los años 90 del pasado siglo se extendió el uso de los insecticidas neonicotinoides, que también se presentaron inicialmente como una panacea supuestamente “ecológica”. Hasta que parece que de nuevo, con estudios como este de Holanda, o como los centenares de investigaciones recogidos en un reciente informe de la Unión Internacional para la Conservación de la Naturaleza (UICN), la máscara caiga y se vea el verdadero rostro de estas sustancias. Es como la historia de nunca acabar. Nunca parece aprenderse. Y siempre se repite el mismo esquema de negación por parte de los fabricantes como sucede ahora también con Bayer, que se aferra a que sus productos cumplen todos los “controles”. “Controles” cuya fiabilidad está siempre en discusión, ya que en ellos siempre parecen tener demasiado peso los intereses de los que debieran ser “controlados”. ¿Estamos ante una nueva forma de Primavera silenciosa?

    El estudio no olvida aludir a los datos que muestran, de modo más extenso, cómo se ha asistido a un declive progresivo de las especies de aves en los entornos agrarios europeos. Pero apuntando que hay diferencias locales en la intensidad de ése declive. Diferencias que el estudio holandés intenta explicar estableciendo qué puede causarlas, analizando el peso relativo que pueden tener algunos hechos como las concentraciones de pesticidas neonicotinoides en las aguas superficiales o cambios en el uso de las tierras, entre otros factores. Factores como la presencia de áreas urbanas, barbechos, zonas naturales, invernaderos,… y otros que pudieran afectar.

    Tal y como resalta Hans de Kroon, supervisor de la investigación “se buscaron muy a fondo otros factores que podrían estar relacionados con la caída de las poblaciones de aves. Nuestro análisis muestra que, basándose en nuestros datos, el imidacloprid fue con mucho el factor que mejor podía explicar las diferencias observadas en las tendencias de cada población de aves en unas zonas y otras”.

    El estudio de la Universidad de Radboud Nijmegen y el centro Sovon de ornitología de campo, ha combinado datos de aguas y de conteos sistemáticos de pájaros tomados antes y después de que el imidacloprid fuese introducido en 1995. Y aunque ya se habían observado declives en las poblaciones de aves de entornos agrarios antes de ésa fecha, “ésas diferencias locales en este declive que nosotros hemos establecido después de la introducción del imidacloprid, no habían sido vistas en los conteos realizados antes de ésa fecha”, comenta Ruud Foppen, uno de los participantes en el estudio. Holanda cuenta desde hace tiempo con una de las redes más densas de seguimiento de aves en el mundo. Ello hace que se disponga de datos bastante precisos sobre sus poblaciones, su número de ejemplares y su evolución a lo largo de los años. Tal es el caso de aves como las golondrinas comunes o los estorninos u otras que suelen moverse por los setos y márgenes junto a los campos. Ello ha permitido cruzar datos como ésos con los datos sobre la presencia de ciertos contaminantes en las aguas recabados durante años por las autoridades en las diferentes zonas.

    Resulta que, aparte de que las aves beban en ellas, las masas de agua son claves para muchos insectos que sirven de alimento a los pájaros. Se trata de invertebrados que desarrollan una parte importante de su ciclo vital en el líquido elemento. Y lo que han visto es que “a mayores concentraciones de imidacloprid en las aguas superficiales mayores declives observados en los números de aves. Se estudiaron quince especies de aves. Y se vio que el número de ejemplares decrecía en una media del 3,5% anual en las áreas con más de 20 nanogramos de imidacloprid por litro. Una concentración que es grandemente superada en muchas partes de Holanda”, comentan los autores. De hecho, estudios anteriores muestran que en algunas zonas la concentración era tal que ése agua, por sí misma, podía usarse como insecticida. De hecho, comentan los investigadores, el imidacloprid es uno de los pesticidas que suelen encabezar de manera continuada las listas de sustancias contaminantes que superan los límites permitidos en los Países Bajos.

    No deja de ser llamativo que “las poblaciones de aves hayan declinado más rápido en los lugares con una mayor contaminación por estos neonicotinoides”, como apunta otro cientifico, Dave Goulson, ante los resultados de esta investigación, en una nota aparecida en la misma publicación.

    El imidacloprid se usa en agricultura y horticultura para tratar semillas y bulbos (vendiendo las semillas ya recubiertas con el veneno, para que parte de este sea absorbido por la totalidad de la planta) y tambien se fumiga en invernaderos y en campo abierto. Y afecta al sistema nervioso central de los insectos, desorientándolos, paralizándolos y causándoles la muerte. El hecho de que los neonicotinoides tengan una persistencia en los suelos relativamente alta, con cierto potencial de acumulación, y que sean solubles en agua crea escenarios muy preocupantes.

    Los investigadores dicen que “entre las posibles explicaciones (del declive de las aves) está la falta de comida (insectos), comer insectos contaminados o una combinación de ambas cosas. Para unas pocas especies no puede excluirse que comer semillas recubiertas con insecticida sea una explicación. No está claro si el éxito en la reproducción está bajando o si es la mortalidad la que lo hace, o ambas cosas a la vez”. En consonancia con lo expresado en una reciente revisión de centenares de estudios científicos hecha pública por la Unión de Internacional para la Conservación de la Naturaleza (UICN) comenta de Kroon que aunque “los neonicotinoides han sido siempre tenidos por tóxicos selectivos, nuestros resultados sugieren que podrían afectar a todo el ecosistema” Entre las aves significativamente afectadas en relación a las concentraciones de imidacloprid, después de realizar una serie de correcciones muy exigentes para evitar posibles factores de error, el estudio holandés incluye especies como la alondra (Alauda arvensis), la golondrina común (Hirundo rustica), la lavandera boyera (Motacilla flava) , el estornino común (Sturnus vulgaris), la curruca zarcera (Sylvia communis) o el zorzal charlo (Turdus viscivorus). Aunque se observaban efectos negativos, a ciertos niveles, en 14 de las 15 especies estudiadas en total. Otras aves estudiadas fueron el carricero políglota (Acrocephalus palustris), el carricerín común (Acrocephalus schoenobaenus), el carricero común (Acrocephalus scirpaceus), bisbita común (Anthus pratensis) , escribano cerillo (Emberiza citrinella) , zarcero icterino (Hippolais icterina), gorrión molinero (Passer montanus), mosquitero musical (Phylloscopus trochilus), y la tarabilla europea (Saxicola rubicola). Son mayoritariamente aves insectívoras, aunque algunas como estorninos, gorriones molineros, alondras, escribano cerillo, bisbitas o zorzales pueden alimentarse también de semillas, lo que hace posible que ingieran las que están recubiertas con el imidacloprid.

    Otras investigaciones, por otro lado, han mostrado que en zonas con mucho imidacloprid, las poblaciones de invertebrados que son claves para la alimentación de las aves estudiadas, singularmente durante la época de cría, han caído espectacularmente. Así ha pasado con dípteros (moscas), efémeras, odonatos (libélulas), escarabajos y hemípteros. No conviene subestimar la relevancia de la degradación de las poblaciones de pequeños animales de las aguas, que puede tener efectos relevantes, al alterar la base de las cadenas alimentarias de las que dependen muchos otros organismos (peces, aves, mamíferos,…).

    En concreto, una investigación conducida también por científicos holandeses, mostró que el imidacloprid podía contaminar el agua y causar una importante degradación de las comunidades de seres vivos existentes en ella, con efectos sobre las poblaciones de algunas especies de pequeños crustáceos y efémeras, y en alguna medida libélulas. También sobre los tricópteros, que son tenidos, de hecho, como excelentes indicadores de la calidad de las aguas. Según esta investigación, publicada en la revista científica PLoS One (Public Library of Science), en las aguas contaminadas con este insecticida había un 70% menos de especies de invertebrados que en las no polucionadas con él (17 especies frente a 52) llegaron a contarse en unas y otras. Además, las especies presentes en las aguas afectadas tenían menos individuos.

    Pero, como ya se apuntó, los científicos autores del estudio sobre las aves holandesas, no tienen claro que esta pérdida de alimento sea el único factor. Como dicen en su trabajo “la reducción de los recursos alimentarios puede no ser la única o incluso la más importante causa del declive. Otras posibles causas incluyen la acumulación alimentaria de este neonicotinoide a través del consumo de invertebrados contaminados y, por parte de las seis especies de aves parcialmente granívoras implicadas, efectos subletales o letales por la ingestión de semillas recubiertas con el insecticida”. El peso relativo que pueda tener cada una de las posibles causas debería ser investigado con urgencia, añaden. El descenso de aves observado en Holanda, tiene un reflejo a escala de toda Europa, donde se está asistiendo a una enorme caída de las poblaciones de aves de los entornos agrarios considerándose la intensificación agraria como “el principal factor causal” según los científicos holandeses. Apuntando que “entre los aspectos de la intensificación se sabe que los pesticidas son una importante amenaza para las aves agrarias”.

    España, obviamente, no es ajena a la situación descrita. Según los datos dados a conocer hace algún tiempo por la asociación conservacionista SEO/Birdlife. Los resultados del llamado programa Sacre de seguimiento de la avifauna en primavera muestran como desde 1998 han descendido notablemente algunas poblaciones de aves ligadas a los entornos agrícolas españoles. Era algo que ya habían notado muchos amantes de la Naturaleza, pero a falta de datos concretos podía parecer una mera impresión subjetiva. Ahora se sabe que era un hecho cierto que se ha cuantificado.

    Entre las aves que han experimentado una particular “gran depresión” en el número de ejemplares destaca el alcaudón real. Antaño era extraordinariamente común verlo posado sobre postes, arbolillos, cables,… Sin embargo hoy los campos españoles tienen un 57% menos de alcaudones reales que en 1998. Al drama no escapan aves de interés cinegético como la codorniz. También ha desaparecido más de la mitad de ellas. En concreto un 53%. La simpática grajilla, un pequeño córvido, ha caído un 44%. La golondrina había caído un 41%. El cernícalo vulgar , un pequeño halconcillo que es un deleite observar cerniéndose sobre los campos, ha bajado un 39%. El mismo porcentaje en el que ha desaparecido también una de las aves más queridas de nuestros campos, el sagaz mochuelo. Un 34% menos de calandrias cantan en nuestros cultivos, un 29% menos de tórtolas europeas, un 16% menos de perdices rojas,… y así con otras especies.

    El programa Sacre de SEO/BirdLife acumula observaciones exhaustivas sobre 125 especies. Y ha registrado un descenso de buena parte de las especies ligadas a ambientes agrarios. Curiosamente, a las aves de otros hábitats les ha ido, en general, mejor. Por ejemplo a algunas aves generalistas que no hacen ascos a la vida en la ciudad (como la tórtola turca o la paloma torcaz) o a otras propias de medios forestales (como el pinzón vulgar y el pico picapinos).

    La explicación hay que buscarla, tal y como destacaba Juan Carlos del Moral, de SEO-Birdlife, en las “rápidas y profundas alteraciones que ha sufrido el medio ambiente agrario, con el desarrollo de la agricultura intensiva, la desaparición de la ganadería extensiva y el abandono rural, y el uso masivo de productos químicos como los pesticidas. A esta última causa se le atribuye un papel muy importante”. También, en algunos casos, han influido otros factores, como determinadas actividades cinegéticas no controladas. Al final es una conjunción de causas las que se han dado la mano para hacer desaparecer enormes cantidades de aves de nuestros cultivos.

    Este año un ave ha merecido una atención especial: la golondrina, al ser declarada ave del año por SEO-Bird-Life. Al presentarla como tal, la entidad conservacionista advirtió que su población, que oscila con altos y bajos según los años, estaba presentando un fuerte descenso en sus poblaciones con una tendencia general progresiva a la caída. Así se había medido un descenso superior al 30% de ejemplares en el periodo 1998-2013, lo que implica la desaparición de 10 millones de golondrinas. La SEO advertía también, por otro lado, que a escala europea “su población experimenta un declive aún mayor que el observado en España. Los datos del European Bird Census Council (EBCC), indican un descenso en toda Europa del 35% para el periodo comprendido entre 1990-2011″. Entre los factores destacados por la SEO destacaba el uso de insecticidas.

    La primavera de la agricultura española, como la de otras zonas del planeta, es cada vez más silenciosa, parafraseando el título del libro de la científica norteamericana que hace unas décadas denunció los estragos que estaban causando los pesticidas en la Naturaleza. Y ésa Primavera silenciosa, por la química y otros factores, puede ser una seria advertencia, bastante desoída, para los propios seres humanos.

    El estudio es: Declines in insectivorous birds are associated with high neonicotinoid concentrations. Caspar A. Hallmann, Ruud P.B. Foppen, Chris A.M. van Turnhout, Hans de Kroon & Eelke Jongejans DOI: 10.1038/nature13531
    Source:
    http://periodismo-alternativo.com/2014/08/03/el-silencio-de-los-pajaros-y-el-insecticida-de-bayer/

  • The phoney field trials with neonics conducted by Dr Helen Thompson and other Syngenta cronies

    The phoney field trials with neonics conducted by Dr Helen Thompson and other Syngenta cronies

    Neonicotinoids are the most widely used insecticides in the world. They are toxic to most arthropods. They are widely applied as seed dressings because they act systemically, protecting all parts of the crop. Neonicotinoids can persist and accumulate in soils. They leach into waterways. They are found in nectar and pollen of treated crops. Concentrations in soils, waterways, field margin plants, nectar and pollen have commonly been found to be levels sufficient to control crop pests; they commonly exceed the LC50 (the concentration which kills 50% of individuals) for beneficial organisms. There have been many studies in the lab and, increasingly, in combinations of lab and field conditions on the possible impacts of neonicotinoids on both honey bees and bumble bees. They indicate that concentrations in nectar and pollen in crops are not lethal to bees but are sometimes sufficient to reduce their ability to learn, to forage and to find their way back to the hive. There is evidence that they can reduce the survival of colonies. The general conclusion of these studies is that, together with such things as loss of flower-rich habitat and Varroa mite, neonicotinoid use may have caused losses of bee populations. The manufacturers say that only studies carried out entirely in the field are valid. This is a curious reversal of arguments in respect of the impact of organochlorine pesticides on birds in the 1960s, when manufacturers said field studies were of no value and that all effects had to be demonstrated in the lab.

    Neonicotinoids are the most widely used insecticides in the world. They are toxic to most arthropods. They are widely applied as seed dressings because they act systemically, protecting all parts of the crop. Neonicotinoids can persist and accumulate in soils. They leach into waterways. They are found in nectar and pollen of treated crops. Concentrations in soils, waterways, field margin plants, nectar and pollen have commonly been found to be levels sufficient to control crop pests; they commonly exceed the LC50 (the concentration which kills 50% of individuals) for beneficial organisms. There have been many studies in the lab and, increasingly, in combinations of lab and field conditions on the possible impacts of neonicotinoids on both honey bees and bumble bees. They indicate that concentrations in nectar and pollen in crops are not lethal to bees but are sometimes sufficient to reduce their ability to learn, to forage and to find their way back to the hive. There is evidence that they can reduce the survival of colonies. The general conclusion of these studies is that, together with such things as loss of flower-rich habitat and Varroa mite, neonicotinoid use may have caused losses of bee populations. The manufacturers say that only studies carried out entirely in the field are valid. This is a curious reversal of arguments in respect of the impact of organochlorine pesticides on birds in the 1960s, when manufacturers said field studies were of no value and that all effects had to be demonstrated in the lab.

    Following a scientific report by the European Food Safety Authority, the EC has imposed a
    2-year moratorium on use of 3 neonics from 1 December last year. The UK government opposed this, on the grounds that there was no evidence of deleterious effects from purely field trials.

    One study under field conditions was done in Britain, by the Food & Environment Research Agency (Fera), an Executive Agency of Defra.

    Thompson H, Harrington P, Wilkins W, Pietravalle S, Sweet D, Jones A. 2013 Effects of neonicotinoid seed treatments on bumble bee colonies under field conditions. See http://www.fera.co.uk/ccss/documents/defraBumbleBeeReportPS2371V4a.pdf. (Note that this work has not appeared in the peer-reviewed literature).

    To determine the effects of neonics on them, bumblebee colonies were placed adjacent to oilseed rape fields in which the seed had been treated with either of two neonics or with none. Unfortunately there was no difference in the amount of neonics picked up by bees adjacent to treated and untreated fields, probably because the bees foraged beyond the immediately adjacent fields, so those next to untreated fields picked up neonics from treated fields. Thus the experiment was incapable of showing anything useful about the effects of neonic exposure on the colonies. The work was not published in a peer-reviewed journal.

    The lead scientist involved in the Fera (research (Dr Helen Thompson) moved to Syngenta (a major manufacturer of neonics) shortly after the report on it was made public. (Damian Carrington. The Guardian, Friday 26 July 2013).

    Another study under field conditions was done in France, by Syngenta.
    Pilling E, Campbell P, Coulson M, Ruddle N, Tornier I. 2013 A four-year field program investigating long-term effects of repeated exposure of honey bee colonies to flowering crops treated with thiamethoxam. PLoS ONE 8, e77193. doi:10.1371/journal.pone.0077193.

    Honeybee colonies were placed beside thiamethoxam-treated or control fields of maize (three replicates) or oilseed rape (two replicates). Bees from treatment hives had higher concentrations of insecticide residues. But the authors stated that the results “show no evidence of detrimental effects on colonies that were repeatedly exposed over a four-year period to thiamethoxam residues in pollen and nectar, following seed treatment of oilseed rape and maize.” This is true but their conclusion that the measures of colony performance “were similar between treatment and control colonies” does not follow. They conducted no statistical analyses of their data nor did they present their results in a way that allowed others to make a proper assessment of their claim.

    The reason that formal statistical analysis was not undertaken was said to be that, because the sample sizes were so small, “such an analysis would lack the power to detect anything other than very large treatment effects, and it is clear from a simple inspection of the results that no large treatment effects were present. Therefore a formal statistical analysis … would be potentially misleading”. This is absolutely unacceptable.

    The usual way to analyse experiments such as that reported by Pilling et al. is to conduct a significance test of the means of the treated and untreated subjects. In such a test, one typically sets up a null hypothesis that there is no underlying difference between treated and untreated subjects (colonies in this case), any difference apparent in the experiment being just a result of chance. Should the analysis indicate that the difference found in the experiment is too great to be reasonably attributed to chance, the result is considered significant and one rejects the null hypothesis. If, in contrast, the difference can be attributed to chance, the result is labelled as non-significant and in practice many people then accept the null hypothesis. However, in addition to the null hypothesis being true, there are two other reasons why a test result may not be significant: that there is great individual variation between colonies subject to the same treatment or that there were too few replicate colonies. Forgetting these other two possibilities, people commonly interpret a non-significant result to mean that the null hypothesis is true. When sample sizes are as small as those used by Pilling et al. such an interpretation would certainly be misleading – but it is not the analysis but the interpretation of the result of the analysis that would be misleading. In fact, accepting the null hypothesis is an error. The correct,interpretation is that the experiment has told us nothing. This might be embarrassing to those who designed the experiment but the risk of embarrassment is no reason for not doing the right thing.

    To avoid being misled by wrongly-interpreted significance tests, Pilling et al. used “expert interpretation of the data by scientists with experience in undertaking such trials”. But, however experienced are the experts, they have no more data before them than would be used in a statistical analysis. Expert interpretation of the results of a statistical analysis is important but without the formal analysis it becomes an exercise in mere hand-waving and obfuscation.

    Professional statisticians nowadays tend not to carry out significance tests but prefer to estimate the magnitude of the difference between treated and untreated subjects and to place confidence limits on the estimate. The limits provide an idea of the range of values in which the underlying true difference between treated and untreated is likely to lie, so the approach is more informative than the simple significant/non-significant dichotomy of an hypothesis test. Pilling et al. should have adopted this approach. Alternatively, if they wished to use significance tests they should have actually done what the inventors of significance test, Jerzy Neyman and Egon Pearson, advised. That is to set up both a null hypothesis and an alternative hypothesis. For the bee experiment, the latter might have taken the form “There is a difference in colony performance of X% or more.” There are then four possible outcomes, three of which tell us something useful:

    a. Both tests significant: “There is a difference but it is less than X%”.
    b. Null significant, alternate not: “There is a difference and it could be X% or more”.
    c. Alternate significant, null not: “Any difference is less than X%; it may be zero”.
    d. Both non-significant: “There may be no difference or it may be X% or more”.

    Pilling et al. present graphs that allow one to get an idea of the magnitude of the differences between treated and control colonies and they tell us how many replicates they used. All we need to get a feel as to whether their conclusion that their results demonstrate that the measures of colony performance “were similar between treatment and control colonies” is an idea of the extent of differences between the two or three replicates. Unfortunately, their graphs do not reveal this. I have asked for a data set on which to test formal analyses but have been refused access.

    With replications of only two or three, no formal statistical analysis and the results being published in a form so aggregated that it is impossible to assess the variation between replicates, the conclusion that “mortality, foraging behavior, colony strength, colony weight, brood development and food storage levels were similar between treatment and control colonies” is a clear overstatement unless one defines similar so loosely as to be scientifically meaningless. It is difficult to understand how the work came to be published in a refereed journal.

    Source:
    Professor Jeremy Greenwood, 4 August 2014

    No difference?


    Professor Jeremy Greenwood is a former Director of the British Trust for Ornithology and is an Honorary Professor attached to the Centre of Ecological and Environmental Monitoring at St Andrew

  • Exposure to neonicotinoids influences the motor function of adult worker honeybees

    Exposure to neonicotinoids influences the motor function of adult worker honeybees

    Systemic pesticides such as neonicotinoids are commonly used on flowering crops visited by pollinators, and their use has been implicated in the decline of insect pollinator populations in Europe and North America. Several studies show that neonicotinoids affect navigation and learning in bees but few studies have examined whether these substances influence their basic motor function. Here, we investigated how prolonged exposure to sublethal doses of four neonicotinoid pesticides (imidacloprid, thiamethoxam, clothianidin, dinotefuran) and the plant toxin, nicotine, affect basic motor function and postural control in foraging-age worker honeybees.

    Systemic pesticides such as neonicotinoids are commonly used on flowering crops visited by pollinators, and their use has been implicated in the decline of insect pollinator populations in Europe and North America. Several studies show that neonicotinoids affect navigation and learning in bees but few studies have examined whether these substances influence their basic motor function. Here, we investigated how prolonged exposure to sublethal doses of four neonicotinoid pesticides (imidacloprid, thiamethoxam, clothianidin, dinotefuran) and the plant toxin, nicotine, affect basic motor function and postural control in foraging-age worker honeybees.

    We used doses of 10 nM for each neonicotinoid: field-relevant doses that we determined to be sublethal and willingly consumed by bees. The neonicotinoids were placed in food solutions given to bees for 24 h. After the exposure period, bees were more likely to lose postural control during the motor function assay and fail to right themselves if exposed to imidacloprid, thiamethoxam, clothianidin. Bees exposed to thiamethoxam and nicotine also spent more time grooming. Other behaviours (walking, sitting and flying) were not significantly affected. Expression of changes in motor function after exposure to imidacloprid was dose-dependent and affected all measured behaviours. Our data illustrate that 24 h exposure to sublethal doses of neonicotinoid pesticides has a subtle influence on bee behaviour that is likely to affect normal function in a field setting.
    Source: Sally M Williamson, Sarah J Willis, Geraldine A Wright. Ecotoxicology 2014 Jul 11. Epub 2014 Jul 11.

  • AEROTOXISCHES SYNDROM – Luft im Flugzeug kann Gehirnzellen töten

    AEROTOXISCHES SYNDROM – Luft im Flugzeug kann Gehirnzellen töten

    Dr. Frank van de Goot ist ein zurückhaltender Mann, und als Gerichtsmediziner ist das wahrscheinlich von Vorteil, wenn man Leichen obduziert. Als der Niederländer den Körper von Richard Westgate examinieren soll, ist er demzufolge erst einmal skeptisch, als er den Untersuchungsauftrag erhielt: De Goot sollte herausfinden, ob der Pilot Westgate, der nur 43 Jahre alt wurde, am sogenannten “Aerotoxischen Syndrom” litt. Der Pathologe entnahm Teile des Gehirns, des Rückenmarks und der größeren Nerven aus den Beinen. Schon beim ersten Blick unter das Mikroskop wurde er stutzig: “Ich sah dort sofort das, was man erwarten konnte, wenn diese gesamte Theorie über kontaminierte Kabinenluft wahr sein sollte. Mit diesen Nervenschädigungen konnte ich die Existenz eines aerotoxischen Syndroms nicht mehr ausschließen.” Westgate wurde krank durch die Luft, die jeder Passagier und jedes Besatzungsmitglied in einem Verkehrsflugzeug einatmet.

    Dr. Frank van de Goot ist ein zurückhaltender Mann, und als Gerichtsmediziner ist das wahrscheinlich von Vorteil, wenn man Leichen obduziert. Als der Niederländer den Körper von Richard Westgate examinieren soll, ist er demzufolge erst einmal skeptisch, als er den Untersuchungsauftrag erhielt: De Goot sollte herausfinden, ob der Pilot Westgate, der nur 43 Jahre alt wurde, am sogenannten “Aerotoxischen Syndrom” litt. Der Pathologe entnahm Teile des Gehirns, des Rückenmarks und der größeren Nerven aus den Beinen. Schon beim ersten Blick unter das Mikroskop wurde er stutzig: “Ich sah dort sofort das, was man erwarten konnte, wenn diese gesamte Theorie über kontaminierte Kabinenluft wahr sein sollte. Mit diesen Nervenschädigungen konnte ich die Existenz eines aerotoxischen Syndroms nicht mehr ausschließen.” Westgate wurde krank durch die Luft, die jeder Passagier und jedes Besatzungsmitglied in einem Verkehrsflugzeug einatmet.

    Denn sind die Flugzeugtüren einmal geschlossen steht als Atemluft nur noch sogenannte “Zapfluft” zur Verfügung. Die Kabinenluft wird bei fast allen gängigen Flugzeugtypen direkt an den Triebwerken abgezapft und ungefiltert in die Kabine geleitet. Das Problem dabei sind bestimmte chemische Zusatzstoffe, die den speziellen Turbinenölen und der Hydraulikflüssigkeit beigemischt werden, allem voran Organo-Phosphate.

    Inzwischen ist bekannt, dass sogar im Normalbetrieb geringe Mengen, im Fall eines Dichtungsversagens sogar mehrere Liter dieser giftigen Rückstände austreten können, am heißen Triebwerk verdampfen und sich in der Kabinenluft niederschlagen können.

    Seit Jahrzehnten bereits warnen renommierte Wissenschaftler in aller Welt vor dem Chemikaliencocktail, der konstruktionsbedingt jederzeit in die Atemluft des Flugzeuges gelangen kann. Viele der Stoffe sind gemäß der internationalen Datenbank für Chemieprodukte (CAS) teilweise krebserregend, giftig, einige sind sogar als Nervengifte klassifiziert
    Bereits 1999 fand eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern aus Frankreich, den USA und Australien einen Namen für die Vielzahl von Symptomen die durch solche Öl-Dampfvorfälle beim Menschen ausgelöst werden können. Aber das “aerotoxische Syndrom” ist bis heute eine Krankheit, die es eigentlich nicht gibt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO führt es nicht im Katalog der bekannten und anerkannten Krankheiten. Krank werden jedes Jahr trotzdem Tausende Menschen, die schlechte Luft in der Kabine einatmen.

    Einer, der sich seit Jahren mit der Problematik der Atemluft in Flugzeugen auseinandersetzt, ist Professor Mohamed B. Abou-Donia von der Duke-Universität in den USA. Auch er ist an der Ursachenforschung im Fall Westgate beteiligt. Proben von Westgates Herzmuskel, seines Klein- und Großhirns, des Rückenmarks und der entnommen Nerven werden an Abou-Donia verschickt. Der Professor ist spezialisiert auf Vergiftungen durch Organophosphate, Nervengas und chemische Waffen. Im Auftrag der US-Militärs löste er bereits das Rätsel um die mysteriöse Nervenkrankheit unter amerikanischen GIs, die Mitte der 90er-Jahre als “Golfkriegs-Syndrom” Schlagzeilen machte.

    Schon seit Jahren warnt der Wissenschaftler eindringlich, die Folgen von kontaminierter Kabinenluft zu unterschätzen. “Die Stoffe die hier freigesetzt werden, verursachen das Absterben von Nervenzellen und Gehirnzellen. Je länger man diesen Phänomen ausgesetzt wird, umso mehr Zellen sterben und wir sehen chronische Effekte”, sagt er zur “Welt”.

    Abou-Donia hat einen speziellen Bluttest entwickelt, mit dessen Hilfe sich Schädigungen des Gehirns nachweisen lassen. Doch damit ließ sich bislang nur feststellen, dass Zellschäden eingetreten sind. Ob diese durch Giftstoffe in den Öl- oder Hydraulik-Dämpfe in der Kabinenluft ausgelöst wurden, vermochte der Test bisher nicht zu sagen.

    Inzwischen hat der Wissenschaftler Hunderte Blutproben ausgewertet, überwiegend von Flugzeug-Crews. “Wir haben in diesen Proben sehr typische Marker gefunden, die auf Zelltod und Hirnschädigungen hinweisen. Das führt in der Folge zu einer Vielzahl von neurologischen Schäden, die wiederum von den Betroffenen und ihren Ärzten berichtet wurden.”

    Pilot zeigte Symptome wie bei Leukämie

    Über neun Monate haben Abou-Donia und sein Team die Zellproben von Richard Westgate in einer toxikologischen Detektivarbeit analysiert. Nun veröffentlichte er seine Ergebnisse in Form einer wissenschaftlichen Fallstudie, gemeinsam mit dem forensischen Pathologen Dr. van de Goot und Westgates letztem Arzt, Dr. Michel Mulder vor. (Die Studie finden Sie hier).

    Vor der Publikation haben nach Angaben des Herausgebers Professor Jeremy Ramsden insgesamt sechs weitere Fachleute die Studie überprüft, drei weitere Experten gaben Stellungnahmen ab. Demnach steht fest: Westgate litt an Symptomen, die vergleichbar sind mit einer gleichzeitigen Erkrankung von einer Herzmuskelentzündung, Leukämie, multipler Sklerose und zusätzlich einer Arsen- und Insektizidvergiftung. All diese Krankheiten wurden jedoch schon zu seinen Lebzeiten ausgeschlossen.

    Die Fallstudie stellt erstmalig einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von kontaminierter Kabinenluft im Flugzeug und der schwerwiegenden Erkrankung eines Betroffenen her. “Die Schädigungen des Nervensystems standen im Einklang mit durch Organo-Phosphate verursachte Schädigung des Nervengewebes (Neurotoxizität)”, heißt es in der Studie.

    Dieses bekannte und sehr spezifische Vergiftungsbild wurde bereits umfassend in den 80er-Jahren im Zusammenhang mit Massenvergiftungen durch landwirtschaftliche Pestizide erforscht. Die Analysen an den Zellproben Westgates zeigen auch “Verkümmerungen an den Nerven, sowie den Zerfall der die Gehirnzellen umgebenden Schutzschicht”. Hinzu kommt, dass diese Vergiftungen “das Nervensystem und das Herzgewebe anfälliger für weitere Schäden gemacht haben.”

    Airlines sehen kein Problem

    Bislang hat die Airline-Branche das Problem und jegliche Verantwortung für die Folgen weit von sich weggeschoben. Es gäbe keine wissenschaftlichen Belege für einen Zusammenhang von in den vergangenen Jahren vermehrt auftretenden Erkrankungen bei Flugpersonal und kontaminierter Kabinenluft, hieß es. Die möglicherweise freigesetzten Stoffe seien in ihrer Konzentration zu gering, um beim Menschen ernsthafte Schäden anzurichten, ist die verbreitete Branchenmeinung.

    Die bei Messungen im Auftrag von Airlines ermittelten Werte hätten “keine Überschreitung vorliegender arbeitsmedizinischer Grenzwerte” ergeben, sagt Wolfgang Rosenberger vom Institut für Arbeitsmedizin der medizinischen Hochschule Hannover. Aber ganz unabhängig davon, dass solche Grenzwerte für Flugzeuge mit einer Druckkabine überhaupt nicht gelten, könnte diese Position durch die Obduktionsergebnisse des toten Piloten nun erheblich ins Wanken geraten.

    Richard Westgates Leidensgeschichte beginnt im August 2011, als er die für Piloten vorgeschriebene medizinische Flugdiensttauglichkeit verlor. Ihn plagten merkwürdige Beschwerden, wie Taubheit in Füßen und Händen, die manchmal sogar bis zu den Ellbogen empor kroch. Westgate war in der britischen Luftfahrtszene kein Unbekannter. Neben seiner Leidenschaft für das Fliegen von Verkehrsflugzeugen des Typs Airbus A320 für die British Airways war er mehrfacher Rekordhalter im Paragleiten. Er findet sich damit sogar im Guinness-Buch der Rekorde wieder und noch kurz vor seinem Tod erhielt er eine Auszeichnung durch Prinz Andrew.

    Seine Karriere als Pilot begann 1996. Doch bereits 1999 bemerkte er an sich Zustände von plötzlicher Verwirrung und klagte über Konzentrationsstörungen. 2011 plagten ihn Ängste, dass er seinen nächsten Simulator-Check nicht bestehen würde. “Das ist absolut unüblich für einen hoch qualifizierten Piloten in seinem Alter”, sagt sein Anwalt Frank Cannon, selbst ehemaliger Pilot und Inhaber einer Airline. Cannon hat Westgate das letzte Jahr vor seinem Tod anwaltlich beraten und verwaltet heute seinen Nachlass.

    Giftcocktail bleibt im Körper

    Westgate suchte über 15 spezialisierte Ärzte und Kliniken in Großbritannien auf, doch niemand konnte ihm helfen. Inzwischen hatten sich die Symptome verschlimmert: er beklagte starke, migräneartige Kopfschmerzen, Sehstörungen, Verwirrungszustände, Störungen des Bewegungsapparats bis hin zu Lähmungen an den Beinen. Hinzu kamen ein starkes Enge-Gefühl in der Brust, Schlaf- und Gedächtnisstörungen. Einer der britischen Ärzte wies ihn daraufhin in eine psychiatrische Anstalt ein. Nach vier Wochen verließ Westgate die Einrichtung und reiste nach Holland, um einen weiteren Arzt zu konsultieren, Dr. Mulder.

    Westgate treibt nur noch ein Gedanke: er will wieder gesund werden und zurück ins Cockpit. Doch seinen Gesundheitszustand vergleicht Dr. Mulder mit einer “Achterbahnfahrt”. “Unsere Untersuchungen ergaben, dass Westgate zu einer Gruppe von Menschen gehört, welche die Giftstoffe aus der kontaminierten Kabinenluft so gut wie nicht abbauen können.”

    Auch Abou-Donia meint, dass die genetische Veranlagung eine große Rolle bei der Verarbeitung der Giftstoffe spielt. “Manche Menschen können diese Substanzen nicht oder nur unvollständig abbauen und sind daher anfälliger für Schädigungen des Gehirns und des Nervensystems.”, erklärt er der “Welt”. Abou-Donia schätzt, dass etwa zwanzig Prozent aller Menschen Probleme haben dürften, Organo-Phosphat-haltige Giftstoff-Cocktails abzubauen.

    Nach den Ergebnissen eines noch experimentellen DNA-Tests gehörte Westgate einer Gruppe von rund drei Prozent, welche diese Giftstoffe überhaupt nicht abbauen können. Im Herbst 2012 fasst der Pilot einen folgenschweren Entschluss: er bittet seinen Anwalt Frank Cannon dafür Sorge zu tragen, dass sein Körper für den Fall seines Todes der Wissenschaft zur Erforschung des “aerotoxischen Syndroms” und seiner Ursachen zur Verfügung gestellt wird. Einige Wochen später, in den frühen Morgenstunden des 12. Dezember 2012 wird er von einer Hotelangestellten leblos in seinem Bett gefunden.

    Westgate soll posthum Genugtuung erfahren

    Anwalt Frank Cannon bereitet nun den Prozess vor, der “Richard Westgate zu seinen Lebzeiten verwehrt blieb”. Nach britischem Recht muss in einem öffentlichen Gerichtsverfahren die offizielle Todesursache geklärt werden. Cannon ist zuversichtlich, denn “Westgates Fall ist kein isolierter Einzelfall. Wir arbeiten bereits an einem weiteren Todesfall eines Besatzungsmitglieds und erste Analysen zeigen das gleiche Muster im peripheren sowie im Zentralnervensystem”, sagt er der “Welt”.

    Cannon ist sicher, dass es weitere Fälle geben wird und somit weitere Obduktionen. “Wir wissen jetzt wonach wir suchen und wie wir die Beweise sichern können.” Die Forschungsarbeit war erfolgreich und bestätigt ältere Studien: Bereits vor Jahren hat Abou-Donia herausgefunden, dass viele kleine Giftdosen von Organo-Phosphaten, wie sie beispielsweise in den Flugzeugschmierstoffen verwendet werden, zu “einer massiveren Schädigung führen können, als eine einmalige hohe Dosis”. Eine alarmierende Erkenntnis, denn solchen Kleinstdosen waren und sind Westgate und seine Kollegen, Flugbegleiter, aber auch Vielflieger nach Ansicht der Wissenschaftler ständig ausgesetzt.

    Pilotenvertreter in Deutschland sehen nun ihre Vermutungen bestätigt. Sie haben die Westgate-Analysen bereits lange verfolgt und die Studie inzwischen ausgewertet. “Diese erschreckenden Ergebnisse zeigen: Nervengifte gehören nicht in die Flugzeugkabine”, sagt Jörg Handwerg, Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit (VC).

    Bereits seit acht Jahren beschäftigen ähnliche Fälle den Pilotenverband und seine Arbeitsgruppen, darunter auch mehrere promovierte Mediziner. “Die Beschwerdebilder unserer Mitglieder sind teilweise deckungsgleich mit den in der Studie aufgeführten Beschwerden”, erklärt Handwerg in einer schriftlichen Stellungnahme.

    Der grüne Bundestagsabgeordneten Markus Tressel engagiert sich seit Jahren für die Gesundheit von Passagieren und Flugbesatzungen. Seine Partei fordert bereits seit 2011 eine Studie eines unabhängigen Expertengremiums, welche die Wechselwirkungen von unterschiedlichen Schadstoffen in der Kabinenluft generell untersucht. Die jüngste Publikation bestätigt seine Forderung an die Regierung: “Ich erwarte, das diese Regierung jetzt mit Nachdruck ihren Einfluss als Anteilseigner auf den Flugzeughersteller Airbus geltend macht, um dort schnellstmöglich eine sachgerechte technische Lösung, zum Beispiel durch Filter oder den Verzicht auf Zapfluft, einzuleiten.”

    Andere technische Lösungen sind möglich

    Der US-Flugzeugbauer Boeing geht bereits technisch andere Wege in der Atemluft-Versorgung. So bei seinem Dreamliner, der Boeing 787. Hier wird die Luft für die Kabine mittlerweile wieder am Rumpf und nicht mehr an den Triebwerken abgenommen, also genau so, wie es im Flugzeugbau bis in die 60er-Jahre schon üblich war. Allerdings will man andere Typen der Boeing-Produktpalette auch weiterhin mit der herkömmlichen Zapfluft produzieren, so das Unternehmen auf Anfrage.

    Ganz anders der Konkurrent Airbus: dort sieht man bislang keinen Handlungsbedarf. Dabei hat bereits auf der Pariser Luftfahrtmesse 2013 die Firma Liebherr ein vielversprechendes neues Kabinenluft-System vorgestellt, dass ebenfalls ohne Zapflufttechnik funktioniert. Es wurde im Hinblick auf den neuen Airbus 320Neo konzipiert und soll mit einem der Prototypen im nächsten Jahr zugelassen werden.

    Allerdings scheint sich das in der Branche noch nicht herumgesprochen zu haben – alle von der Lufthansa im letzten Jahr bestellten 60 neuen Airbusse dieses Typs wurden ausdrücklich mit Zapflufttechnik bestellt. Dabei hatte Lufthansa Chefpilot Werner Knorr sich bereits Anfang 2013 klar gegen Zapfluftsysteme bei neuen Flugzeugen ausgesprochen. Aber auch der neue Langstrecken-Airbus A350 soll so ausgeliefert werden.

    Eigentlich dürften die gefährlichen Dämpfe gar nicht in der Kabinenluft vorkommen. Zumindest nicht, wenn man der Zulassungsvorschrift für Verkehrsflugzeuge CS 25.831 der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) folgt. Dort heißt es: “Die Cockpit- und Kabinenluft muss frei von gesundheitsschädlichen oder gefährlichen Konzentrationen von Gasen und Dämpfen sein.” Aber für den Vorsitzenden der Gewerkschaft der Flugbegleiter UFO, Nicoley Baublies, deckt sich hier die Vorschrift nicht mit der Realität. “Wohl kaum ein Flugzeug mit Zapflufttechnologie kann diese Anforderungen heute erfüllen”, sagt er der “Welt”.

    Besonders Schwangere und Kinder sind gefährdet

    Die Branche ist sich des Dilemmas sehr wohl bewusst, auch in Deutschland. Bereits seit zwei Jahren finden vertrauliche Branchentreffen mit Vertretern der Flugzeughersteller, der Airlines, der Gewerkschaften, des Verkehrsministeriums und den nachgeordneten Behörden, dem Luftfahrtbundesamt und der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU), sowie des Bundesamtes für Risikobewertung statt. Verbrauchervertreter oder Journalisten sind von diesen Beratungen ausgeschlossen.

    Eine wichtige Institution hat bislang – trotz Einladung – und zur Verwunderung anderer Teilnehmer bisher bei keinem dieser Treffen teilgenommen: die Europäische Agentur für Luftsicherheit EASA. Noch Anfang Juli erklärte EASA-Direktor Patrick Ky gegenüber der ARD, dass “in Bezug auf die Kabinenluft-Qualität das Fliegen absolut sicher für Passagiere und Besatzungen sei.” Ky unterstreicht die Statistik der EASA: “Die Vorfälle mit Kabinenluft machen nur 0,3 Prozent aller Sicherheitsprobleme aus, die uns jährlich gemeldet werden. Alles Vorfälle mit schlechter Luft, ohne Auswirkungen auf die Gesundheit der Besatzungen, sind unserer Ansicht nach daher ein sehr, sehr unwesentliches Phänomen für die Luftfahrt.”

    Der Experte Abou-Donia kann diese Haltung nicht nachvollziehen. “Es gibt für mich keinen Zweifel, dass auch Passagiere diesen Stoffen ausgesetzt werden und erkranken. Das Problem ist, dass sie ihre Erkrankung nicht unbedingt in Zusammenhang mit einem Vorfall an Bord eines Flugzeuges bringen können. Inhalation ist die effektivste Form der Aufnahme solcher Stoffe, wobei sie auch über die Haut aufgenommen werden können. Aber sobald Sie etwas einatmen, bildet sich innerhalb von Sekunden ein Stoffwechselprodukt und das wandert direkt ins Gehirn.”

    Sorgen macht sich der US-Wissenschaftler um Risikogruppen, wie Menschen mit Vorschädigungen sowie Kinder und Schwangere: “Vielen Studien belegen, dass Organo-Phosphate einen Fötus schädigen. Schwangere haben viel geringere Abwehrkräfte als nicht-schwangere Frauen”, so Abou-Donia und Säuglinge, Kleinkinder und Kinder seien stärker von diesen Chemikalien betroffen als Erwachsene.

    Die Airlines sind noch nicht einmal verpflichtet, ihre Passagiere über Öldampf-Vorfälle an Bord und deren mögliche Folgen zu informieren. Eine Lobby haben die Passagiere, im Gegensatz zu Fluglinien und Herstellern, bei dieser Diskussion bisher nicht.
    Quelle: Die Welt, 30.07.2014
    http://www.welt.de/wirtschaft/article130716987/Luft-im-Flugzeug-kann-Gehirnzellen-toeten.html

  • Populations of the UK’s most familiar coastal waders have declined markedly in the last ten years

    Populations of the UK’s most familiar coastal waders have declined markedly in the last ten years

    Multitudes of wintering birds on an estuary form one of the most magical wildlife spectacles each winter in the UK, but this scene is changing. Latest data collected by thousands of Wetland Bird Survey (WeBS) volunteers show that populations of the UK’s most familiar coastal waders have declined markedly in the last ten years. Dunlin (Calidris alpina)(-52%), Redshank Tringa totanus (-40%), Ringed Plover (Charadrius hiaticula) (-38%), Oystercatcher (Haematopus ostralegus) (-34%) and Curlew Numenius arquata (-23%) are among the eight most abundant waders on Scottish estuaries in winter, yet the populations of all of them are declining. The annual WeBS report, now published in conjunction with an online interactive interface, makes this information available to anyone with an interest in birds and the environment. The new report, covering the period up to June 2013, highlights worrying trends shown by the eight most abundant waders on UK estuaries, particularly in the most recent ten year period.

    Multitudes of wintering birds on an estuary form one of the most magical wildlife spectacles each winter in the UK, but this scene is changing. Latest data collected by thousands of Wetland Bird Survey (WeBS) volunteers show that populations of the UK’s most familiar coastal waders have declined markedly in the last ten years. Dunlin (Calidris alpina)(-52%), Redshank Tringa totanus (-40%), Ringed Plover (Charadrius hiaticula) (-38%), Oystercatcher (Haematopus ostralegus) (-34%) and Curlew Numenius arquata (-23%) are among the eight most abundant waders on Scottish estuaries in winter, yet the populations of all of them are declining. The annual WeBS report, now published in conjunction with an online interactive interface, makes this information available to anyone with an interest in birds and the environment. The new report, covering the period up to June 2013, highlights worrying trends shown by the eight most abundant waders on UK estuaries, particularly in the most recent ten year period.

    Source:
    British Trust for Ornithology, The Nunnery, Thetford, Norfolk.
    http://bto-enews.org/NXI-2NO1O-6A9K3P3MFB/cr.aspx

  • Pestizide in der Landwirtschaft, Informationsveranstaltung des KÖN (Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH) in Lüneburg

    Pestizide in der Landwirtschaft, Informationsveranstaltung des KÖN (Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH) in Lüneburg

    Imker, Landwirte und Vertreter von Naturschutzorganisationen tagten am 26. September 2014 in Lüneburg zu den Auswirkungen von Pestiziden in der Landwirtschaft – insbesondere der Neo­nicotinoide. Zu der Tagung hatten das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) und der Verein für wesensgemäße Bienenhaltung „De Immen“ eingeladen. Nach den Fachbeiträgen diskutierten die Referenten und über 120 Tagungsteilnehmer darüber, welche Konsequenzen aus den aktuellen wissenschaftlichen Studien und Erfahrungen gezogen werden müssen. Der Toxikologe Dr. Henk Tennekes, Susan Haffmans vom Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) und Walter Haefeker, Präsident des Europäischen Berufsimkerverbandes, sprachen in Lüneburg über Neonicotinoide und ihre Auswirkungen auf Umwelt, Mensch und Biene. Die Schirmherrschaft der Tagung hatte der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer übernommen. Thomas Dosch, Abteilungsleiter im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, begrüßte, dass die EU-Kommission die Zulassung für drei Neonicotinoide ausgesetzt habe, betonte aber, das dies nicht reiche. Gegen das Einsatzverbot der drei Neonicotinoide wehren sich die Hersteller. Walter Haefeker, Präsident des Europäischen Berufsimkerverbandes (EPBA), sprach auf der Tagung in Lüneburg über die Entscheidungswege in Brüssel und die Klage der Hersteller gegen die EU-Kommission. Hier sehen Sie einen Video-Mitschnitt von vier Vorträgen und Diskussion.
    http://oekolandbau-niedersachsen.de/index.php?id=3
    Toxikologe Dr. Henk Tennekes über die Folgen des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft:

    Imker, Landwirte und Vertreter von Naturschutzorganisationen tagten am 26. September 2014 in Lüneburg zu den Auswirkungen von Pestiziden in der Landwirtschaft – insbesondere der Neo­nicotinoide. Zu der Tagung hatten das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) und der Verein für wesensgemäße Bienenhaltung „De Immen“ eingeladen. Nach den Fachbeiträgen diskutierten die Referenten und über 120 Tagungsteilnehmer darüber, welche Konsequenzen aus den aktuellen wissenschaftlichen Studien und Erfahrungen gezogen werden müssen. Der Toxikologe Dr. Henk Tennekes, Susan Haffmans vom Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) und Walter Haefeker, Präsident des Europäischen Berufsimkerverbandes, sprachen in Lüneburg über Neonicotinoide und ihre Auswirkungen auf Umwelt, Mensch und Biene. Die Schirmherrschaft der Tagung hatte der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer übernommen. Thomas Dosch, Abteilungsleiter im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, begrüßte, dass die EU-Kommission die Zulassung für drei Neonicotinoide ausgesetzt habe, betonte aber, das dies nicht reiche. Gegen das Einsatzverbot der drei Neonicotinoide wehren sich die Hersteller. Walter Haefeker, Präsident des Europäischen Berufsimkerverbandes (EPBA), sprach auf der Tagung in Lüneburg über die Entscheidungswege in Brüssel und die Klage der Hersteller gegen die EU-Kommission. Hier sehen Sie einen Video-Mitschnitt von vier Vorträgen und Diskussion.
    http://oekolandbau-niedersachsen.de/index.php?id=3
    Toxikologe Dr. Henk Tennekes über die Folgen des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft:


    Der Niederländische Toxikologe Dr. Henk Tennekes erläuterte die Wirkungsweise der Neonicotinoide. Besonders problematisch sei, dass sich selbst Spuren zu einer tödlichen Dosis summieren würden. Er machte Neonicotinoide verantwortlich für ein „Vogelartensterben ungeahnten Ausmaßes“, weil Vögel, die auf Insekten angewiesen sind, nicht mehr genügend Nahrung finden würden. Die Grauammer zum Beispiel, ein in früheren Jahrzehnten häufiger Vogel der Agrarlandschaft, ist in den Niederlanden ausgestorben und im Westen Deutschlands fast völlig verschwunden.

    Susan Haffmans, Vertreterin des Pestizid Aktions-Netzwerkes e.V. (PAN) beschrieb, wie die Risikoprüfung bei der Zulassung von Pestiziden erfolgt. Obwohl die Gesetzgebung versuche, Risikominimierung zu realisieren, würden weiter natürliche Ressourcen mit Pestiziden belastet. Sie forderte eine Überarbeitung der Risikoprüfung bei der Zulassung, damit diese einen besseren Schutz der Bienen gewährleiste. Susan Haffmans mahnte, dass die derzeitige Wirtschaftsweise zukünftigen Generationen die Möglichkeit nähme, ohne nicht-chemischen Pflanzenschutz zu wirtschaften.

    In der anschließenden Podiumsdiskussion berichtete Tomas Brückmann, BUND Bundesverband, dass es zwölf Regionen in Deutschland gäbe, die ihre Grünflächen ohne den Einsatz von Pestiziden pflegen würden. Diese könnten ein Zeichen setzen – ähnlich wie die gentechnikfreien Regionen. Der Vizepräsident der Landesjägerschaft Niedersachsen und Landwirt Helmut Blauth betonte, dass Artenvielfalt das Immunsystem der Erde sei, ohne das die Menschheit nicht überleben werde. Er forderte, dass alle Organisationen Hand in Hand arbeiten müssten. Christoph Koch, Vorstandsmitglied im Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund, sieht Bienen als Umweltindikatoren. Sie seien „der Kanarienvogel des Bergmanns“, der vor Gift warnen würde. Jürgen Hirschfeld, Niedersächsisches Landvolk, wünscht sich, dass alle Parteien im Dialog bleiben würden, dazu gehöre aber auch, Verständnis für die Situation der Landwirte aufzubringen. Fehler müssten mit Unterstützung der Wissenschaft korrigiert werden. Cornelis Hemmer, Stiftung für Mensch und Umwelt betonte, dass Verbraucher eine große „Korrigierungskraft“ und viele Möglichkeiten hätten, Veränderungen herbeizuführen.

    Dass sich so viele Menschen für ein solch komplexes Thema interessierten, zeige, wie wichtig eine derartige Tagung sei, betonten die Veranstalter, das Kompetenzzentrum Ökolandbau (KÖN) und „De Immen“. Die Tagung wurde von 15 Verbänden, Vereine, Stiftungen und Unternehmen unterstützt.

    Quelle:
    Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH (KÖN)
    Tagungsort: Leuphana Universität Lüneburg, Hörsaal 3, Scharnhorststr. 1, 21335 Lüneburg
    Datum: Freitag, 26. September 2014