Auteur: Henk Tennekes

  • Gefährdung von Bienen durch das Neonikotinoid Thiacloprid

    Gefährdung von Bienen durch das Neonikotinoid Thiacloprid

    Aufgrund der vorliegenden Daten nahm die EU-Kommission mit Wirkung zum 1. Dezember 2013 europaweit die Neonikotionidwirkstoffe Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid für zwei Jahre für alle bienenrelevanten Kulturen vom Markt, da sie im Verdacht stehen, das Bienenvölkersterben wesentlich mit zu verursachen. Weitere Neonikotinoide, wie z.B. auch das Thiacloprid, wurden noch nicht verboten, obwohl es bereits genügend Forderungen aus der Wissenschaft sowie von Imker- und Naturschutzverbänden gibt, alle Neonikotinoide zu verbieten. Die Geschichte der Chemikalienpolitik und der Regulierung gefährlicher Chemikalien zeigt, dass sich Ersatzstoffe aus derselben Substanzklasse bei weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen häufig als ebenso gefährlich herausgestellt haben. Dies gilt auch für das Thiacloprid. Seit Frühjahr 2014 liegen hierzu zwei Studien vor, die der Neurobiologe Dr. Menzel von der Freien Universität Berlin zusammen mit anderen Wissenschaftlern veröffentlichte.

    Aufgrund der vorliegenden Daten nahm die EU-Kommission mit Wirkung zum 1. Dezember 2013 europaweit die Neonikotionidwirkstoffe Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid für zwei Jahre für alle bienenrelevanten Kulturen vom Markt, da sie im Verdacht stehen, das Bienenvölkersterben wesentlich mit zu verursachen. Weitere Neonikotinoide, wie z.B. auch das Thiacloprid, wurden noch nicht verboten, obwohl es bereits genügend Forderungen aus der Wissenschaft sowie von Imker- und Naturschutzverbänden gibt, alle Neonikotinoide zu verbieten. Die Geschichte der Chemikalienpolitik und der Regulierung gefährlicher Chemikalien zeigt, dass sich Ersatzstoffe aus derselben Substanzklasse bei weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen häufig als ebenso gefährlich herausgestellt haben. Dies gilt auch für das Thiacloprid. Seit Frühjahr 2014 liegen hierzu zwei Studien vor, die der Neurobiologe Dr. Menzel von der Freien Universität Berlin zusammen mit anderen Wissenschaftlern veröffentlichte.

    Getestet wurden drei Wirkstoffe aus der Klasse der Neonikotionoide: Die beiden verbotenen Stoffe Imidacloprid und Clothianidin sowie auch das hier relevante Thiacloprid, und zwar in nicht-letalen (nicht-tödlichen) Konzentrationen. Im Ergebnis störten alle drei Neonikotinoide die Orientierungsfähigkeit von Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und anderer bestäubender Insekten, in dem sie sich auf das Nervensystem auswirkten. Die Studie beschreibt, wie sich Bienen nach dem Sonnenkompass orientieren, mit dessen Hilfe sie sich ihre Flüge rund um den Bienenstock einprägen und ihre Flugrouten in einer Art „inneren Landkarte“ einspeichern. So wissen sie, in welcher Richtung und Entfernung sich der Bienenstock befindet. In einem Experiment testeten die Wissenschaftler die Wirkung auf die Fähigkeit der Bienen, sich ausreichend orientieren zu können. Den Versuchsbienen wurde an der Futterstelle eine kleine Menge der Pestizide verabreicht. Es zeigte sich, dass ihr Orientierungsvermögen während der Heimkehrphase durch die Insektizide gestört wurde. Dies lässt sich daran belegen, dass bedeutend weniger Bienen erfolgreich zum Stock zurückfanden und die Flugwege insgesamt weniger direkt verliefen. Auch die Fluggeschwindigkeit war verringert. Die stärksten Effekte hatte hier im Übrigen das Thiacloprid. Um die chronische Wirkung zu untersuchen, hat Menzel (2014) außerdem Bienen Thiacloprid in einer geringen Menge über einen längeren Zeitraum an der Futterstelle aufnehmen lassen, sodass es sich sowohl in ihrem Körper wie im Stock langsam anreichern konnte. Die dabei eingesetzten Dosen entsprachen Bedingungen, die in der
    Landwirtschaft auftreten. Im Verlauf des Experiments benötigte er sehr viel höhere Konzentrationen an Zuckerlösung, damit die Tiere, die Thiacloprid bekamen, die Futterstelle überhaupt weiter besuchten. Diese reduzierte Attraktivität lag aber nicht an einer aversiven Geschmackskomponente, denn der Effekt stellte sich erst ein, nachdem sich Thiacloprid in den Tieren über mehrere Tage angereichert hatte. Obwohl er die Zuckerkonzentration erhöhte, sank die Zahl der Tiere, die die Futterstelle besuchten, d. h. das Neonikotinoid reduzierte die Sammelaktivität und die Rekrutierungsrate. In der Tat führten die Tiere keine Schwänzeltänze mehr durch, die Tanzkommunikation war gestört. Auch hier stellte sich heraus, dass das Heimkehrvermögen der mit Thiacloprid behandelten Bienen signifikant reduziert war. Die behandelten Tiere kamen, wenn überhaupt, nach sehr viel längerer Zeit zurück, waren also in der Heimkehrphase gestört. Menzel folgert daraus, dass subletale Dosen der drei untersuchten Neonikotinoide entweder das Kartengedächtnis stören oder es nicht mehr abrufbar machen.
    Neue wissenschaftliche Ergebnisse legten ebenfalls Wissenschaftler des Bieneninstituts des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen (Fachgebietsleiter Dr. Ralph Büchler, sowie zwei seiner KollegInnen Frau Dr. Brandt und Herr Dr. Siede) vor. Dr. Büchler stellte diese auf dem 88. Kongress deutschsprachiger Imker am 12.09.2014 in Schwäbisch-Gmünd vor. Im Ergebnis reduzierte Thiacloprid die Anzahl der roten Blutkörperchen sowie des Lipidgehalts der Fettkörper bei den Bienen. Unserer eigenen Erkenntnis und Interpretation nach dürfte beides die „Fitness“ der Bienen reduzieren, da Hämatozyten der Sauerstoffspeicherung dienen und die Fette für den
    Energiestoffwechsel von Relevanz sind. Da unter Feldbedingungen die gleichzeitige Anwesenheit mehrerer Pestizide die Regel ist, wurden in einer breit angelegten Studie in Nordamerika zwischen 2007 und 2008 während der Wachstumsperiode von Imkern zugesandte Proben untersucht (Mullin et al., 2010). Analysiert wurden Bienenwachs, Pollen und ausgewachsene Bienen. In den untersuchten Proben fanden die Forscher 121 verschiedene Pestizide, u.a. auch Thiacloprid und Propiconnazole (ein Fungizid). Die Wissenschaftler kritisieren, dass es kaum Untersuchungen zur Toxizität von gleichzeitig vorhandenen/einwirkenden Pestiziden gibt und dadurch enorme Risiken zur Sicherstellung der Bestäubungsleistungen und damit der Lebensmittelproduktion entstehen.
    Zu der Frage der Auswirkungen gleichzeitig vorhandener Pestizide wurden von Iwasa et al. bereits 2004 Untersuchungen angestellt, die ergaben, dass die Anwesenheit weiterer Pestizide die Toxizität einzelner Pestizide erhöhen kann. Im Rahmen dieser Untersuchungen konnte man ermitteln, dass sich die akute Toxizität von Thiacloprid in Höhe von 14,6 µg/Biene durch die gleichzeitige Anwesenheit des Fungizides Propiconazole um das 559-fache erhöhte. Thiacloprid ist damit unter Feldbedingungen genauso gefährlich für Honigbienen, wie das in Europa vom Markt genommenen Neonikotinoid Imidacloprid (18 ng/Biene). Das bedeutet, dass sich bei
    gleichzeitigem Vorkommen von Thiacloprid und Propiconazole eine LD50 von 8,16 ng/Biene ergibt, was eine über das Doppelte höhere Toxizität von Thiacloprid gegenüber dem auf EU-Ebene verbotenen Imidacloprid bedeuten würde.

    Literatur:
    Fischer J, Müller, T, Spatz, A-K, Greggers U, Grünewald B, Menzel R (2014). Neonicotinoids interfere with specific Components of Navigation in Honeybees. PLOS ONE 9 (3): e91364, pp. 1-10
    Menzel R (2014). „Wie Pestizide (Neonicotinoide) die Navigation, die Tanz-Kommunikation und das Lernverhalten von Bienen verändern“, Rundgespräche der Kommission für Ökologie, Bd. 43 »Soziale Insekten in einer sich wandelnden Welt«, S. 75-83
    Büchler (2014). Vorgestellt auf dem 88. Kongress deutschsprachiger Imker am 12.09.2014 in Schwäbisch-Gmünd
    Iwasa T, Motoyama N, Ambrose JT, Roe RM (2004). Mechanism for the differential Toxicity of Neonicotinoid Insecticides in the Honey Bee, Apis mellifera. Crop protection 23: 371-378.
    Mullin CA, Frazier M, Frazier JL, Ashcraft S, Simonds R, vanEngelsdorp D, Pettis JS (2010). High Levels of Miticides and Agrochemicals in North American Apiaries: Implications for Honey Bee Health. PLOS ONE 5(3): e9754. Pp. 1-19

    Quelle : BUND, 23.02.2015

  • Beeswax mirrors decades of agricultural malpractice contaminating the environment with pesticides

    Beeswax mirrors decades of agricultural malpractice contaminating the environment with pesticides

    In a Belgian pilot study, honey bee wax combs from ten hives were analyzed on the presence of almost 300 organochlorine and organophosphorous compounds by LC–MS/MS and GC–MS/MS. Traces of 18 pesticides were found and not a single sample was free of pesticide residues. The number of residues found per sample ranged from 3 to 13, and the pesticides found could be categorized as (1) pesticides for solely apicultural (veterinary) application, (2) pesticides for solely agricultural (crop protection) application, (3) pesticides for mixed agricultural and apicultural (veterinary) application. The frequencies and quantities of some environmental pollutants bear us high concerns. Most alarming was the detection of lindane (gamma-HCH) and dichlorodiphenyltrichloroethane (DDT) (including its breakdown product dichlorodiphenyldichloroethylene), two insecticides that are banned in Europe. The present comprehensive residue analysis, however, also reveals residues of pesticides never found in beeswax before, i.e. DEET, propargite and bromophos.

    In a Belgian pilot study, honey bee wax combs from ten hives were analyzed on the presence of almost 300 organochlorine and organophosphorous compounds by LC–MS/MS and GC–MS/MS. Traces of 18 pesticides were found and not a single sample was free of pesticide residues. The number of residues found per sample ranged from 3 to 13, and the pesticides found could be categorized as (1) pesticides for solely apicultural (veterinary) application, (2) pesticides for solely agricultural (crop protection) application, (3) pesticides for mixed agricultural and apicultural (veterinary) application. The frequencies and quantities of some environmental pollutants bear us high concerns. Most alarming was the detection of lindane (gamma-HCH) and dichlorodiphenyltrichloroethane (DDT) (including its breakdown product dichlorodiphenyldichloroethylene), two insecticides that are banned in Europe. The present comprehensive residue analysis, however, also reveals residues of pesticides never found in beeswax before, i.e. DEET, propargite and bromophos.

    Source: Ravoet, J., Reybroeck, W., & de Graaf, D. C. (2015). Pesticides for Apicultural and/or Agricultural Application Found in Belgian Honey Bee Wax Combs. Bulletin of Environmental Contamination and Toxicology, 1-6.

  • De neonicotinoíden en de afbraak van het ecosysteem – moeten we echt wachten tot de voorspelling van Henk Tennekes uitkomt?

    De neonicotinoíden en de afbraak van het ecosysteem – moeten we echt wachten tot de voorspelling van Henk Tennekes uitkomt?

    Gevallen van massale sterfte, samen met uitbraken van ziekten en andere stressfactoren voor populaties, komen steeds vaker voor. We hebben het niet over een paar dode vissen op het strand. Bij massasterfte gaat het om afzonderlijke gebeurtenissen waarbij meer dan 90 procent van een populatie wordt uitgeroeid. En volgens nieuw onderzoek komt het steeds vaker voor. Het onderzoek, dat deze week verscheen in de Proceedings of the National Academy of Sciences, is de eerste studie waarin wordt gekeken of massasterfte door de tijd heen is toegenomen. De onderzoekers hebben historische verslagen van 727 gevallen van massasterfte tussen 1940 en 2012 bekeken en vastgesteld dat vogels, ongewervelde zeedieren en vissen steeds vaker slachtoffer zijn. Massasterfte kan tot permanente verandering van de voedselketen leiden. Massasterfte kan ook gevaren met zich meebrengen voor menselijke activiteiten zoals de landbouw, bijvoorbeeld wanneer insecten die planten bevruchten (denk aan bijen) het slachtoffer zijn. “Zulke gebeurtenissen kunnen de ecologische en evolutionaire ontwikkeling van het leven op aarde in een andere richting sturen”, schrijven de onderzoekers.

    Gevallen van massale sterfte, samen met uitbraken van ziekten en andere stressfactoren voor populaties, komen steeds vaker voor. We hebben het niet over een paar dode vissen op het strand. Bij massasterfte gaat het om afzonderlijke gebeurtenissen waarbij meer dan 90 procent van een populatie wordt uitgeroeid. En volgens nieuw onderzoek komt het steeds vaker voor. Het onderzoek, dat deze week verscheen in de Proceedings of the National Academy of Sciences, is de eerste studie waarin wordt gekeken of massasterfte door de tijd heen is toegenomen. De onderzoekers hebben historische verslagen van 727 gevallen van massasterfte tussen 1940 en 2012 bekeken en vastgesteld dat vogels, ongewervelde zeedieren en vissen steeds vaker slachtoffer zijn. Massasterfte kan tot permanente verandering van de voedselketen leiden. Massasterfte kan ook gevaren met zich meebrengen voor menselijke activiteiten zoals de landbouw, bijvoorbeeld wanneer insecten die planten bevruchten (denk aan bijen) het slachtoffer zijn. “Zulke gebeurtenissen kunnen de ecologische en evolutionaire ontwikkeling van het leven op aarde in een andere richting sturen”, schrijven de onderzoekers.

    Bron: National Geographic, 16-01-2015
    http://www.nationalgeographic.nl/artikel/dieren-sterven-steeds-vaker-in-enorme-aantallen

  • De argusvlinder legt het loodje in een met pesticiden vergiftigd landschap

    De argusvlinder legt het loodje in een met pesticiden vergiftigd landschap

    De argusvlinder was lange tijd een algemene vlindersoort in Nederland. Maar sinds het midden van de jaren 1990 gaat het niet goed. Anno 2014 is de argusvlinder van de zandgronden in Nederland zo goed als verdwenen. Alleen in het laagveen- en zeekleigebied, in de duinen en het Limburgse heuvelland houdt de argusvlinder nog stand. De argusvlinder is de afgelopen jaren meer dan 95% achteruit gegaan. In het westen is hij veel gezien, en ook uit Noordwest-Overijssel komen meldingen. Ook op de grens van Groningen en Drenthe, in Roswinkel, zit nog steeds een populatie en in alle drie generaties zijn er daar argusvlinders gezien. Voor de rest ontbreken waarnemingen in het oosten van ons land.

    De argusvlinder was lange tijd een algemene vlindersoort in Nederland. Maar sinds het midden van de jaren 1990 gaat het niet goed. Anno 2014 is de argusvlinder van de zandgronden in Nederland zo goed als verdwenen. Alleen in het laagveen- en zeekleigebied, in de duinen en het Limburgse heuvelland houdt de argusvlinder nog stand. De argusvlinder is de afgelopen jaren meer dan 95% achteruit gegaan. In het westen is hij veel gezien, en ook uit Noordwest-Overijssel komen meldingen. Ook op de grens van Groningen en Drenthe, in Roswinkel, zit nog steeds een populatie en in alle drie generaties zijn er daar argusvlinders gezien. Voor de rest ontbreken waarnemingen in het oosten van ons land.

    Bronnen: Natuurbericht & Vlinderstichting
    http://www.vlinderstichting.nl/argusvlinder
    http://www.natuurbericht.nl/?id=12814

  • De door bestrijdingsmiddelen veroorzaakte neerwaartse spiraal: minder planten, minder bijen, minder bijen, minder planten

    De door bestrijdingsmiddelen veroorzaakte neerwaartse spiraal: minder planten, minder bijen, minder bijen, minder planten

    Uit onderzoek van stuifmeel van bijen uit museumcollecties blijkt dat het verlies aan bloemen in het landschap wel eens een belangrijke oorzaak van de achteruitgang van wilde bijensoorten zou kunnen zijn. Dit werd al langer vermoed, maar tot op heden ontbrak hiervoor het bewijs. Dat bewijs is nu geleverd aan de hand van museumcollecties. De achteruitgang van wilde bijen wordt vaak toegeschreven aan de achteruitgang van het landschap, in die zin dat er steeds minder bloeiende planten voorkomen en de bijen dus minder voedsel kunnen verzamelen. Alterra-onderzoeker Jeroen Scheper heeft samen met collega’s van onder andere de universiteiten van Wageningen, Leiden en Nijmegen het stuifmeel van bijen in museumcollecties onderzocht. Aan de hand hiervan konden zij bepalen welk planten door die ‘historische’ bijen (van vòòr 1950) als waardplant werden gebruikt. Zij onderzochten daarbij 57 bijensoorten.

    Uit onderzoek van stuifmeel van bijen uit museumcollecties blijkt dat het verlies aan bloemen in het landschap wel eens een belangrijke oorzaak van de achteruitgang van wilde bijensoorten zou kunnen zijn. Dit werd al langer vermoed, maar tot op heden ontbrak hiervoor het bewijs. Dat bewijs is nu geleverd aan de hand van museumcollecties. De achteruitgang van wilde bijen wordt vaak toegeschreven aan de achteruitgang van het landschap, in die zin dat er steeds minder bloeiende planten voorkomen en de bijen dus minder voedsel kunnen verzamelen. Alterra-onderzoeker Jeroen Scheper heeft samen met collega’s van onder andere de universiteiten van Wageningen, Leiden en Nijmegen het stuifmeel van bijen in museumcollecties onderzocht. Aan de hand hiervan konden zij bepalen welk planten door die ‘historische’ bijen (van vòòr 1950) als waardplant werden gebruikt. Zij onderzochten daarbij 57 bijensoorten.

    “Uit ons onderzoek bleek een duidelijke relatie tussen het voorkomen van bijensoorten en hun waardplanten,” zegt Jeroen Scheper in een toelichting op het onderzoek dat zojuist is verschenen in het wetenschappelijk tijdschrift PNAS. “De populatietrend van waardplanten bepaalt voor een belangrijk deel de populatietrend van de bijbehorende bijensoorten. De voorkeursplanten van achteruitgaande bijensoorten zijn in de loop der tijd ook achteruitgegaan, en de voorkeursplanten van vooruitgaande bijensoorten zijn juist vooruitgegaan. Bijensoorten die vliegen op plantenfamilies waartoe onze landbouwgewassen behoren doen het relatief goed, terwijl soorten die het vooral van wilde plantensoorten moeten hebben achteruitgaan. Dat past precies in de trend die wij hebben geconstateerd.”

    Bron: Natuurbericht, 27 november 2014
    http://www.natuurbericht.nl/?id=12980

  • De ramp in de vogelwereld schijnt niemand te deren

    De ramp in de vogelwereld schijnt niemand te deren

    Het aantal vogels in Europa is de afgelopen dertig jaar flink afgenomen. Vooral onder alledaagse vogels als mussen, spreeuwen en leeuweriken is de daling groot. Dat schrijven Britse biologen maandag in het tijdschrift Ecology Letters. De onderzoekers baseren zich op waarnemingen uit 25 Europese landen. In vergelijking met dertig jaar geleden zijn er nu maar liefst 421 miljoen vogels minder. Negentig procent van de daling komt op het conto van de 36 meest voorkomende vogels. De achteruitgang baart de biologen zorgen. Niet alleen zijn vogels nuttig, bijvoorbeeld omdat ze schadelijke insecten eten of zaden verspreiden, ze dragen ook bij aan het welbevinden van de bevolking – door het luisteren naar vogelzang of door bij wijze van hobby naar vogels te kijken. Doordat juist de meest algemene soorten achteruitgaan, valt er minder te genieten voor de doorsnee burger.

    Het aantal vogels in Europa is de afgelopen dertig jaar flink afgenomen. Vooral onder alledaagse vogels als mussen, spreeuwen en leeuweriken is de daling groot. Dat schrijven Britse biologen maandag in het tijdschrift Ecology Letters. De onderzoekers baseren zich op waarnemingen uit 25 Europese landen. In vergelijking met dertig jaar geleden zijn er nu maar liefst 421 miljoen vogels minder. Negentig procent van de daling komt op het conto van de 36 meest voorkomende vogels. De achteruitgang baart de biologen zorgen. Niet alleen zijn vogels nuttig, bijvoorbeeld omdat ze schadelijke insecten eten of zaden verspreiden, ze dragen ook bij aan het welbevinden van de bevolking – door het luisteren naar vogelzang of door bij wijze van hobby naar vogels te kijken. Doordat juist de meest algemene soorten achteruitgaan, valt er minder te genieten voor de doorsnee burger.

    Bron:Nederlands Dagblad, 03-11-2014
    http://www.nd.nl/artikelen/2014/november/03/vogelstand-europa-sterk-gedaald

  • Pestizide gefährden Gewässer weltweit

    Pestizide gefährden Gewässer weltweit

    Je wärmer, desto mehr Pestizide: Im Süden ist die Gefahr höher, dass Pestizide in die Gewässer geraten als im Norden. Dies erkennt man auf einer erstmals erstellten Weltkarte, die das Risiko von Agrochemikalien für Gewässer abbildet. Höhere Durchschnittstemperaturen führen zu einem höheren Einsatz von Insektiziden. Dies ist aber nur eine Erkenntnis aus der globalen Untersuchung. Die eindrücklichste und gleichzeitig auch bedenklichste ist folgende: Auf rund 40 Prozent der Erdoberfläche geraten Pestizide aus der Landwirtschaft in die Fliessgewässer. Dort können sie das Ökosystem empfindlich stören, indem sie etwa zum Rückgang der Artenvielfalt beitragen. Die grössten Risiken bestehen im Mittelmeerraum, in den USA, in Mittelamerika und Südostasien.

    Je wärmer, desto mehr Pestizide: Im Süden ist die Gefahr höher, dass Pestizide in die Gewässer geraten als im Norden. Dies erkennt man auf einer erstmals erstellten Weltkarte, die das Risiko von Agrochemikalien für Gewässer abbildet. Höhere Durchschnittstemperaturen führen zu einem höheren Einsatz von Insektiziden. Dies ist aber nur eine Erkenntnis aus der globalen Untersuchung. Die eindrücklichste und gleichzeitig auch bedenklichste ist folgende: Auf rund 40 Prozent der Erdoberfläche geraten Pestizide aus der Landwirtschaft in die Fliessgewässer. Dort können sie das Ökosystem empfindlich stören, indem sie etwa zum Rückgang der Artenvielfalt beitragen. Die grössten Risiken bestehen im Mittelmeerraum, in den USA, in Mittelamerika und Südostasien.

    In die Modellrechnung flossen verschiedenste Daten, aufgrund derer geschätzt werden konnte, welche Mengen an Insektiziden von den landwirtschaftlich genutzten Flächen über das Regenwasser in die Flüsse gerät. Pro Jahr setzen die Bauern ca. 4 Millionen Tonnen Pflanzenschutzmittel ein. Das sind 0,27 Kilogramm pro Hektare.

    Auch die Schweiz spart nicht an Pestiziden: Über 2000 Tonnen werden jährlich verkauft. Im Vergleich zu Österreich und Deutschland wird hier pro Flächeneinheit rund die doppelte Menge an Pflanzenschutzmitteln eingesetzt. In hiesigen Gewässern findet sich daher ein “Giftcocktail” an Pestiziden (siehe Artikel hier). Bis Ende 2016 will der Bund nun einen Aktionsplan zur Risikominimierung und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ausarbeiten.

    Der Schweiz als Standort von Syngenta, dem Marktführer in Sachen Pflanzenschutz, stünde ein verantwortungsvoller Umgang mit Pestiziden gut an.
    Die Karte zeigt die Risikoverteilung durch den Eintrag von Pestiziden in Fliessgewässer. (Quelle: Environmental Pollution)
    Quelle: NZZ, 26.02.15
    http://klima.blog.nzz.ch/2015/02/26/pestizide-gefaehrden-gewaesser-weltweit/

  • Study: Lack of marine food cuts Strait of Georgia seagull population in half

    Study: Lack of marine food cuts Strait of Georgia seagull population in half

    Researchers from the University British Columbia say the number of seagulls in the Strait of Georgia has drastically declined and it could be because of what they’re eating. A recent study shows the population Glaucous-winged Gulls, the most common species of seagull in the region, has declined by 50 per cent in the last three decades. Researchers say the decline reflects changes in the availability of marine food. “These birds are the ultimate generalist — they can eat whatever’s around,” says the study’s lead author Louise Blight. “If they are experiencing a population decline, the gulls may be telling us that there have been some fairly profound changes to local marine ecosystems.” Gulls historically relied on almost a purely marine diet, largely eating small fish and shellfish, but over time moved to a diet that incorporated more foods found on land, such as garbage and earthworms. “They’re presumably turning to land-based prey sources because the things they prefer to eat are less available,” says Blight, explaining that there are now likely both fewer forage fish and a lower diversity of these fish in coastal waters than there was prior to industrial fishing, and that gulls need fish foods to breed successfully.

    Researchers from the University British Columbia say the number of seagulls in the Strait of Georgia has drastically declined and it could be because of what they’re eating. A recent study shows the population Glaucous-winged Gulls, the most common species of seagull in the region, has declined by 50 per cent in the last three decades. Researchers say the decline reflects changes in the availability of marine food. “These birds are the ultimate generalist — they can eat whatever’s around,” says the study’s lead author Louise Blight. “If they are experiencing a population decline, the gulls may be telling us that there have been some fairly profound changes to local marine ecosystems.” Gulls historically relied on almost a purely marine diet, largely eating small fish and shellfish, but over time moved to a diet that incorporated more foods found on land, such as garbage and earthworms. “They’re presumably turning to land-based prey sources because the things they prefer to eat are less available,” says Blight, explaining that there are now likely both fewer forage fish and a lower diversity of these fish in coastal waters than there was prior to industrial fishing, and that gulls need fish foods to breed successfully.

    Researchers collected 100 years of data on population numbers of Glaucous-winged Gulls found in the Lower Mainland, Victoria, Nanaimo and elsewhere in the region. They found that the population increased rapidly beginning in the early 1900s, but started to drop after the mid-1980s, with their work pointing to diet as one factor in the decline of the bird’s health.

    Source:
    The Weather Network, Feb 28,2015
    http://www.theweathernetwork.com/news/articles/study-lack-of-marine-food-cuts-strait-of-georgia-seagull-population-in-half/46353/

  • Die negativen Auswirkungen des Maisanbaus auf die Vogelartenvielfalt sind wissenschaftlich belegt

    Die negativen Auswirkungen des Maisanbaus auf die Vogelartenvielfalt sind wissenschaftlich belegt

    Die Zahl der Brutvögel der Agrarlandschaft hat sich in Europa seit 1980 etwa halbiert. So hat der Brutbestand des Stars innerhalb von 25 Jahren um mindestens 80 % abgenommen. Derjenige des Feldsperlings hat sich seit 1994 nahezu halbiert; gegenüber dem Beginn der 1980er Jahre dürfte der Verlust sogar mehr als 80 % betragen. Der Rückgang fällt beim Bluthänfling mit etwa 50 % etwas geringer aus, ist aber nicht weniger alarmierend. Der Wiesenpieper hat seit den 1990er Jahren insbesondere in Westfalen große Regionen seines ehemals weiträumigen Brutareals aufgegeben. Zeigen die Erhebungen für die Goldammer einen nur leichten Rückgang seit 1994, so stellt sich die Situation bei der Feldlerche dramatisch dar: Allein seit 2002 ist ein Rückgang um 11 % zu verzeichnen; gegenüber den 1980er Jahren dürfte der Bestandsverlust etwa 80 % betragen. Vor allem die intensive landwirtschaftliche Nutzung macht den Vögeln zu schaffen. So hat sich die Anbaufläche für Mais, der sowohl als Tierfutter als auch zur Energiegewinnung genutzt wird, in Deutschland im gleichen Zeitraum etwa vervierfacht. Die negativen Auswirkungen des Maisanbaus auf die Vogelartenvielfalt sind wissenschaftlich belegt. Großflächige Untersuchungen des Julius-Kühn-Instituts für Nutzpflanzenforschung zeigten, dass Mais die am meisten gemiedene Kultur für Feldlerchen, Grauammern, Heidelerchen und Wachteln ist. Auch Braunkehlchen und Fasane schlagen einen großen Bogen um Maisfelder.

    Die Zahl der Brutvögel der Agrarlandschaft hat sich in Europa seit 1980 etwa halbiert. So hat der Brutbestand des Stars innerhalb von 25 Jahren um mindestens 80 % abgenommen. Derjenige des Feldsperlings hat sich seit 1994 nahezu halbiert; gegenüber dem Beginn der 1980er Jahre dürfte der Verlust sogar mehr als 80 % betragen. Der Rückgang fällt beim Bluthänfling mit etwa 50 % etwas geringer aus, ist aber nicht weniger alarmierend. Der Wiesenpieper hat seit den 1990er Jahren insbesondere in Westfalen große Regionen seines ehemals weiträumigen Brutareals aufgegeben. Zeigen die Erhebungen für die Goldammer einen nur leichten Rückgang seit 1994, so stellt sich die Situation bei der Feldlerche dramatisch dar: Allein seit 2002 ist ein Rückgang um 11 % zu verzeichnen; gegenüber den 1980er Jahren dürfte der Bestandsverlust etwa 80 % betragen. Vor allem die intensive landwirtschaftliche Nutzung macht den Vögeln zu schaffen. So hat sich die Anbaufläche für Mais, der sowohl als Tierfutter als auch zur Energiegewinnung genutzt wird, in Deutschland im gleichen Zeitraum etwa vervierfacht. Die negativen Auswirkungen des Maisanbaus auf die Vogelartenvielfalt sind wissenschaftlich belegt. Großflächige Untersuchungen des Julius-Kühn-Instituts für Nutzpflanzenforschung zeigten, dass Mais die am meisten gemiedene Kultur für Feldlerchen, Grauammern, Heidelerchen und Wachteln ist. Auch Braunkehlchen und Fasane schlagen einen großen Bogen um Maisfelder.

    Quelle: Naturzeit im Münsterland, 1. Halbjahr 2014
    http://www.nabu-naturschutzstation-muensterland.de/upload/naturzeit/NATURZEIT_1401_Nr_21_V04_web.pdf

  • In Europa sterben die Vögel in Massen weg

    In Europa sterben die Vögel in Massen weg

    Anfang der 60er-Jahre schrieb Rachel Carson ihr berühmtestes Buch: “Silent Spring”, der “Stumme Frühling”. Die Biologin beschreibt hier am Beispiel einer fiktiven Kleinstadt, was passieren würde, wenn Tiere und Pflanzen sterben würden. Nun veröffentlichen Forscher verschiedener Forschungseinrichtungen einen Bericht, der sich mit dem Sterben der Vögel in Europa beschäftigt. Sofort fühlt man sich an “Silent Spring” erinnert. Die Wissenschaftler haben den Rückgang der Vogelbestände in den vergangenen 30 Jahren untersucht. In den “Ecology Letters” berichten sie, dass vor allem die Populationen der 36 häufigsten Vogelarten, etwa Spatzen, Feldlärchen, Stare und auch Rebhühner, drastisch an Größe verlieren. Die Wissenschaftler hatten alle verfügbaren Studien über 144 europäische Vogelarten in 25 Ländern ausgewertet. Datensätze, die von professionellen Ornithologen, aber auch von Hobby-Vogelkundlern zur Verfügung gestellt wurden, waren darunter. Die Ökosysteme haben sich in den vergangenen Jahrzehnten massiv verändert, viele Arten finden keine Nistplätze mehr oder nicht genügend Nahrung. Auch der Einsatz von Pestiziden schadet Vögeln – entweder direkt, weil sie die Gifte selbst aufnehmen, oder indirekt, weil Vogelfutter wie Insekten und andere Wirbellose durch die Pflanzenschutzmittel getötet wird.

    Anfang der 60er-Jahre schrieb Rachel Carson ihr berühmtestes Buch: “Silent Spring”, der “Stumme Frühling”. Die Biologin beschreibt hier am Beispiel einer fiktiven Kleinstadt, was passieren würde, wenn Tiere und Pflanzen sterben würden. Nun veröffentlichen Forscher verschiedener Forschungseinrichtungen einen Bericht, der sich mit dem Sterben der Vögel in Europa beschäftigt. Sofort fühlt man sich an “Silent Spring” erinnert. Die Wissenschaftler haben den Rückgang der Vogelbestände in den vergangenen 30 Jahren untersucht. In den “Ecology Letters” berichten sie, dass vor allem die Populationen der 36 häufigsten Vogelarten, etwa Spatzen, Feldlärchen, Stare und auch Rebhühner, drastisch an Größe verlieren. Die Wissenschaftler hatten alle verfügbaren Studien über 144 europäische Vogelarten in 25 Ländern ausgewertet. Datensätze, die von professionellen Ornithologen, aber auch von Hobby-Vogelkundlern zur Verfügung gestellt wurden, waren darunter. Die Ökosysteme haben sich in den vergangenen Jahrzehnten massiv verändert, viele Arten finden keine Nistplätze mehr oder nicht genügend Nahrung. Auch der Einsatz von Pestiziden schadet Vögeln – entweder direkt, weil sie die Gifte selbst aufnehmen, oder indirekt, weil Vogelfutter wie Insekten und andere Wirbellose durch die Pflanzenschutzmittel getötet wird.

    Quelle: Die Welt, 03.11.14
    http://www.welt.de/wissenschaft/article133926552/In-Europa-sterben-die-Voegel-in-Massen-weg.html