Amfibie: Algemeen

  • Thüringens Artenvielfalt ist am Schwinden – Mehr als ein Drittel der Arten kämpft ums überleben

    Thüringens Artenvielfalt ist am Schwinden – Mehr als ein Drittel der Arten kämpft ums überleben

    Die Gesamtgefährdung aller Arten im Freistaat liegt bei über 40 %. Zur Thüringenfauna zählen derzeit zum Beispiel 127 Arten von Tagfaltern. Davon gelten circa 50% als gefährdet. Die Hälfte aller wirbellosen Tiere weist einen ähnlich schlechten Zustand auf. Ungefähr 17.000 der Thüringer Arten sind so gut untersucht, dass ihr Gefährdungszustand in Thüringen bekannt ist. Dieser Zustand ist in den aktuellen Roten Listen für den Freistaat Thüringen veröffentlicht.

    Tiefgreifende Auswirkungen auf die Artenvielfalt hat die industrialisierte Landbewirtschaftung: großflächige monotone Fruchtschläge, mit Dünger und Pestiziden überfrachtete Böden, fehlende Hecken, Sträucher, Feldgehölze oder artenreiche Blühstreifen als Rückzugsräume. Vor allem Insekten, die direkt oder indirekt die Ernährungsbasis der meisten Vogelarten sind, leiden darunter. Spezielle Pflanzenschutzmittel schädigen Honig- und Wildbienen nachhaltig. 64 Brutvogelarten Thüringens – etwas mehr als ein Drittel aller hier vorkommenden Arten – sind in verschiedenen Gefährdungskategorien eingestuft, so der Kiebitz, die Bekassine oder das Rebhuhn. Die meisten Fledermausarten, die sich auch von Insekten ernähren, sind in Thüringen ebenfalls in ihrem Bestand bedroht.

    Das Herbizit Glyphosat schädigt massiv das Bodenleben, fördert krankheitserregende Pilze, beeinträchtigt die Aufnahme von Mikronährstoffen sowie die Krankheitsabwehr der Pflanzen und mindert den Ertrag. Besonders giftig ist Glyphosat für Amphibien, Fische und andere Wasserorganismen. Ein weiterer Baustein dafür, dass 52% der Amphibien Thüringens sowie 56% der Fischarten in ihrem Bestand bedroht sind.

    Quelle: Neue Henneberger Zeitung, 22.05.17
    https://r-r-v.de/nhz/2017/05/22/artenvielfalt-thueringens-bedroht-lichtblicke-erkennbar/

  • Kröten und Frösche in Gefahr: Die Naturschutzwacht zählt immer weniger Amphibien

    Kröten und Frösche in Gefahr: Die Naturschutzwacht zählt immer weniger Amphibien

    Die Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) trägt ihren ungewöhnlichen Namen aus gutem Grund. Denn wer der kleinen Kröte schon mal in den Naturschutzgebieten Malchower Aue oder in den Falkenberger Reiselfeldern zu nahe gekommen ist, konnte ihre Abwehrreaktion bewundern. Sie kann sich nicht nur eingraben oder aufblähen, um Feinde abzuschrecken, sondert sie ein Sekret ab, das übel nach Knoblauch riecht. Der Bezirk Lichtenberg bietet viele Verstecke für die Knoblauchkröte. Das gilt auch für die Wechselkröte (Bufotes viridis, Syn.: Bufo viridis, gelegentlich Pseudepidalea viridis). Doch beide Krötenarten waren noch nie so sehr bedroht, wie heute. Seit 2013 verzeichnen die Naturschutzwächter einen starken Rückgang der Amphibien im Bezirk. Konnten im Feuchtgebiet des Berls an der Zingster Straße im Jahr 2000 noch rund 1000 Amphibien in acht Arten gezählt werden, sank die Zahl der Tiere auf lediglich 30 in fünf Arten. Und im Naturschutzgebiet Falkenberger Rieselfelder wurden 2016 weniger als 100 erwachsene Amphibien gezählt.

    Quelle: Berliner Woche, 05.02.17
    http://www.berliner-woche.de/lichtenberg/wirtschaft/kroeten-und-froesche-in-gefahr-die-naturschutzwacht-zaehlt-immer-weniger-amphibien-d118090.html

  • Alarmierender Rückgang von europäischen Süßwasserfischen, Weichtieren und Pflanzen

    Alarmierender Rückgang von europäischen Süßwasserfischen, Weichtieren und Pflanzen

    Die Europäische Rote Liste ist eine regelmäßige periodische Bewertung des Erhaltungszustands von etwa 6 000 Arten. Sie legt fest, ob diese Arten in Europa durch Aussterben bedroht sind, so dass Erhaltungsmaßnahmen ergriffen werden können, um diesen Trend umzukehren. Vorwiegend von der Europäischen Kommission finanziert, ist diese Liste Teil der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN). Die jüngste Untersuchung der in Europa heimischen Fauna und Flora hat ergeben, dass ein großer Anteil Weichtiere, Süßwasserfische und Gefäßpflanzen als gefährdet einzustufen ist. Konkret heißt dies, dass 44% aller Süßwasserweichtiere, 37% der Süßwasserfische, 23% der Amphibien, 20% einer Auswahl von terrestrischen Weichtieren, 19% der Reptilien, 15% der Säugetiere und Libellen, 13% der Vögel, 11% einer Auswahl von xylobionten Käfern (d. h. Käfer, die von totem Holz abhängig sind), 9% der Schmetterlinge und 467 Arten von Gefäßpflanzen vom Aussterben bedroht sind. Süßwasserweichtiere sind die am stärksten gefährdete Gruppe. Die einst weit verbreitete Riesenflussperlmuschel kommt heute nur noch in wenigen Flüssen Frankreichs und
    Spaniens vor.

    Quelle: Europäische Kommission, 01.03.12
    https://ec.europa.eu/environment/efe/themes/nature-and-biodiversity/european-plants-molluscs-and-freshwater-fish-alarming-decline_de

  • Insektensterben und die Folgen – Die Zahl von Brutvögeln, Fledermäusen und Amphibien geht zurück

    Insektensterben und die Folgen – Die Zahl von Brutvögeln, Fledermäusen und Amphibien geht zurück

    Einigermaßen ratlos wirken die Experten des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) angesichts ihrer Daten. Trotz großer und geschützter Auenwälder am Oberrhein, siedeln sich nur wenige Amphibien wie Frösche oder Molche an. Das gilt auch für Fledermäuse. Ihr Lebensraum wird immer besser geschützt, trotzdem bleibt die Population gering. “Wir haben den Verdacht, dass der Rückgang an Insekten dafür ein Grund ist und drängen darauf, dass diese Vermutung wissenschaftlich untersucht wird”, sagt Bianca Goll, Biologin beim BUND in Rheinland-Pfalz.
    Ihre Forderung richtet sich an die “Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage” (KABS). Nach Ansicht des BUND kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Bakterium BTI, Bacillus thuringiensis israelensis, welches die KABS zur Bekämpfung von Stechmücken verwendet, auch schädlich für andere Insekten ist, die ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette sind.

    Diese Bedenken teilen auch die Grünen in Rheinland-Pfalz: “Es ist nicht abschließend geklärt, ob die Stechmücken, die durch die KABS-Bekämpfung nicht schlüpfen, in der Nahrungskette fehlen”, sagt die Grünen-Landesvorsitzende Jutta Paulus. Direkte Auswirkungen auf den Menschen durch den BTI-Einsatz sieht Paulus nicht. “Wenn die Mittel vernünftig und gemäß den Richtlinien verteilt werden, dann treffen sie auch sicher die Insekten, für die sie bestimmt sind”, so Paulus. Eine Erhebung des BUND in Nordrhein-Westfalen macht ihr jedoch Sorgen. Dort seien zuletzt bei einer Zählung 60 Prozent weniger Insekten verzeichnet worden. Diese Insekten müssten doch die Nahrungsgrundlage für andere Tiere gewesen sein. “Damit könne man auch den Rückgang von Brutvögeln erklären”, so Paulus. Sicherlich gebe es aber auch ein Zusammenspiel mit dem Einsatz von Pestiziden auf Feldern.

    Quelle: SWR Aktuell, 24.05.17
    http://www.swr.de/swraktuell/rp/schnakenbekaempfung-der-kabs-naturschuetzer-sehen-fledermaus-co/-/id=1682/did=19597106/nid=1682/e9jxdd/

  • Het aantal insecten in Europa is drastisch gedaald

    Het aantal insecten in Europa is drastisch gedaald

    Een club van Duitse insectenkenners die op een wetenschappelijke manier insecten meten in een natuurreservaat in Noordwest Duitsland, heeft in 24 jaar tijd een achteruitgang met 78 procent vastgesteld. De resultaten van hun onderzoek staan in Science, zo meldt Natuurpunt. De ‘Krefelder Entomologischen Vereind maakte voor de studie in het ‘Naturschutzgebied Orbroicher Bruch’ gebruik van zogenaamde malaisevallen. Dat zijn tentvormige vallen waarbij alle insecten die per toeval in de tent komen, in een pot met een alcoholoplossing terecht komen. Terwijl men in 1989 in bloemrijke hooilanden nog één tot anderhalve kilo insecten ving, was dat in 2013 nog 300 gram. Ook de soortenrijkdom ging achteruit: in 1989 werden 143 soorten zweefvliegen gevangen, in 2013 waren er dat nog 104.

    “Ook elders in Europa horen we onrustwekkende signalen”, zegt Wim Veraghtert van Natuurpunt. “In Groot-Brittannië gebeurt er al lang gestandaardiseerd onderzoek naar insecten. Uit het nachtvlindermeetnet dat daarvan deel uitmaakt, blijkt dat een aantal nachtvlindersoorten die nog steeds (vrij) algemeen zijn, een achteruitgang van meer dan 70 procent kenden. En ook bij ons is er niet veel reden voor optimisme.”

    Bron: HLN, 23-05-17
    http://www.hln.be/hln/nl/957/Binnenland/article/detail/3165455/2017/05/23/Zorgwekkend-aantal-insecten-in-Europa-drastisch-gedaald.dhtml

  • Why Insect Decline Matters

    Why Insect Decline Matters

    Scientists have described 1 million species of insects so far, and estimate that at least 4 million species worldwide are still unrecorded. For people living in areas with ample wilderness and a plethora of biting mosquitoes that carry malaria and other diseases, a decline in insect populations might seem like an outlandish concern. But in areas with intensive industrialized agriculture, the drop in insect populations is worrying. So far, only the decline of honeybee populations has received widespread public attention, in large measure because of their vital role in pollinating food crops. The rest of the insect world has been widely ignored. Often insects are perceived as a nuisance or merely as potential pests. But while certain insect species, such as the European corn borer, undoubtedly cause enormous damage in agriculture, scientists emphasize the ecological importance of diverse and abundant insect populations. In Britain, an alliance of 22 publicly funded environmental research institutions has compiled a list of ecosystem services delivered by insects: “Over three-quarters of wild flowering plant species in temperate regions need pollination by animals like insects to develop their fruits and seeds fully,” the group says. The researchers emphasize that pollinating insects improve or stabilize the yield of three-quarters of all crop types globally — one-third of global crop production by volume. Germany’s Federal Agency for Nature Conservation stresses that insects are a major food source not only for birds, but also for bats and amphibians. Another important role is played by specialized insects such as long-legged flies, dance flies, dagger flies, and balloon flies, which prey upon pest species.Of particular concern is the widespread use of pesticides and their impact on non-target species. Many conservationists view a special class of pesticides called neonicotinoids — used over many years in Europe until a partial ban in 2013 — as the prime suspect for insect losses. The European Food Safety Authority is currently reviewing the ban. Other pesticides are widely used worldwide. “There are many indications that what we see is the result of a widespread poisoning of our landscape,” says Leif Miller, director general of the German chapter of BirdLife International. According to global monitoring data for 452 species, there has been a 45 percent decline in invertebrate populations over the past 40 years.

    Source: BY CHRISTIAN SCHWÄGERL in Yale Environment 360, JULY 6, 2016
    http://e360.yale.edu/features/insect_numbers_declining_why_it_matters
    Christian Schwägerl is a Berlin-based journalist who writes for GEO magazine, the German newspaper Frankfurter Allgemeine, and other media outlets. He is co-founder of RiffReporter, a freelance cooperative, and author of The Anthropocene: The Human Era and How it Shapes Our Planet. Follow him on Twitter.

  • Nicht nur Bienen sind in ihrer Existenz bedroht, sondern alle Insekten

    Nicht nur Bienen sind in ihrer Existenz bedroht, sondern alle Insekten

    Bereits im Jahr 1962 wurde von Rachel Carson der stumme Frühling vorhergesagt, wenn die Industrialisierung der Landwirtschaft und die Nutzung von Chemikalien auf den Äckern fortschreiten: Ein Frühling ohne das vertraute Summen von Bienen, Hummeln, Fliegen, Käfern und anderen Insekten. Dieses Szenario droht nun Wirklichkeit zu werden, wenn wir nicht sofort handeln.

    Seit einigen Jahren wird immer mehr über das Bienensterben berichtet. In den letzten 5 Jahren schwanken die Winterverluste der Honigbienen in Deutschland zwischen 10 und 24%. Dies trifft aber nur auf den Teil der Honigbienen zu, der von Imkern gepflegt wird. Wildlebende Honigbienenvölker gibt es in Europa so gut wie gar nicht mehr. Die Honigbiene ist an sich sehr robust und kann die Auswirkung von Giftstoffen und schlechter Nahrungsversorgung sehr gut abpuffern, indem Nahrungsvorräte gelagert werden, fettbindende Giftstoffe über das Wachs „ausgeschwitzt“ oder die Verluste von Individuen durch extrem viele Nachkommen ausgeglichen werden. Für andere Insekten, die nicht in einem großen Bienenstaat organisiert sind und bei denen jedes einzelne Individuum bei der Fortpflanzung zählt, hat das Sterben eines Individuums viel größere Auswirkungen als bei Honigbienen. Das bedeutet: Wenn es der Honigbiene schlecht geht, können andere sensiblere Insektenarten schon längst nicht mehr überleben. Und es geht der Honigbiene schlecht.

    Der Verlust der Artenvielfalt ist dramatisch hoch. Geschätzte 16.5% der Insekten sind global vom Aussterben bedroht, in einigen Regionen sogar mehr als 30%. Für die Gruppen Bienen und Schmetterlinge sind es sogar mehr als 40%. Dieser Trend nimmt ständig zu. In Wirklichkeit sind diese Werte eher doppelt so hoch, denn zu mehr als der Hälfte der Arten liegen keine ausreichenden Daten für eine Bewertung vor (IPBES 2016).

    Für Deutschland sind genauere Beobachtungsdaten vorhanden. 52,2% aller Wildbienenarten Deutschlands stehen auf der Roten Liste (Binot-Hafke et al. 2011), sind also bestandesgefährdet, extrem selten oder bereits ausgestorben. Bei den Heuschrecken sind es 41,3% (Binot-Hafke et al. 2011), bei den Großschmetterlingen 37,5% (Binot-Hafke et al. 2011). Fast die Hälfte der Populationen aller betrachteten Insektenarten ist in den letzten 20 Jahren geschrumpft.

    Noch dramatischer werden diese Zahlen, wenn man sich detailliert anschaut, um wie viel die Insektenpopulationen geschrumpft sind. Auf europäischer Ebene ist die Bestandsdichte der Bienen um 37% und die der Schmetterlinge um 31% zurückgegangen (IPBES 2016). In Deutschland gibt es lokale Studien, die zeigen, dass in den letzten 20 Jahren die Biomasse (oder auch Individuenzahl) von Insekten um bis zu drei Viertel zurückgegangen ist. Im Zeitraum von 1989 bis 2013 reduzierte sich die Biomasse der Insekten im Naturschutzgebiet Orbroich, Krefeld, um 75% (Sorg et al 2013).

    Man sollte annehmen, dass die letzten Biotope, in denen sich eine hohe Artenvielfalt erhalten kann, die natürlichen Wälder sind. Jedoch zeigt sich, dass selbst der Leipziger Auwald, der noch über eine natürliche Baumartenzusammensetzung und sehr alte Bäume verfügt, nur noch ein Bruchteil der Insekten beherbergt wie vor 14 Jahren. In Zeitraum von 2002 bis 2016 sind dort 49% der Bienen- und Wespenarten verschwunden und ihre Individuenzahl hat sich um 71% verringert (Säring et al. 2016).

    Es gibt nicht nur weniger Arten, sondern die Arten, die übrig bleiben, kommen nur noch mit bedeutend weniger Individuen vor. Selbst Naturschutzgebiete können ihre ursprünglich hohe Artenvielfalt nicht mehr erhalten, denn alles ist miteinander verbunden, und auch sie sind von den Einflüssen der Umgebung abhängig.

    Der Verlust von Insekten hat Auswirkung auf die Vögel, die sich zum größten Teil von Insekten ernähren, auf die Bestäubung und die Artenvielfalt der Blütenpflanzen oder auch auf die Stoffumwandlung im Boden, die im ersten Schritt von Insekten verrichtet wird.

    Gerade für die Gruppe der „Bodenbefruchter“, Insekten und andere wirbellose Tierarten – die für die Fruchtbarkeit der Böden unverzichtbar sind – liegen jedoch keine Daten vor. Es ist davon auszugehen, dass ihr Verlust vermutlich noch höher liegt, da der größte Teil der Insektizide mit dem Regen in den Boden eingetragen wird.

    Eine große Bedeutung haben die Insekten bei der Verwertung von abgestorbenem organischem Material – sowohl auf die Überreste von Pflanzen als auch die Kadaver und die Fäkalien von Tieren. Der Stoffabbau und die Stoffumwandlung ist eine lange Kette von Verwertungsschritten, bei denen das organische Material immer weiter zerkleinert und schließlich von Mikroorganismen in seine einzelnen Moleküle zerlegt wird, um dann wieder von Pflanzen aufgenommen zu werden. Der erste Schritt in diesem Prozess wird von Insekten und wirbellosen Tieren wie Springschwänzen, Käfern, Milben, Motten und Regenwürmern geleistet. Ohne diese Insekten würden wir buchstäblich im Müll ersticken und der Boden würde nicht mehr über ausreichende Nährstoffe für Pflanzenwachstum verfügen.

    Die Abwesenheit von tierischen Bestäubern würde die Ernte unserer Nahrungsmittel um rund ein Drittel reduzieren. Lediglich die Ernten von windbestäubten Pflanzen wie Reis, Getreide, Trauben und Mais werden nicht von den Bestäubern beeinflusst. Einige Länder wie Libyen, Chile, Iran oder Neuseeland wären davon besonders betroffen.

    Die Bestäubungsleistung der Insekten sollte jedoch nicht nur als Nutzen für den Menschen betrachtet werden. Sie sorgt auch für die Fortpflanzung tausender Pflanzenarten und sichert somit die Vielfalt und Blütenpracht der Landschaft und die Nahrungsgrundlage für Vögel, andere Insekten und viele weitere Tierarten.

    Das Verschwinden der Pflanzenvielfalt hat zahlreiche Ursachen. Durch verbesserte Saatgutreinigung werden die Wildkräuter auf Ackerflächen immer seltener. Viele Nahrungspflanzen für Insekten werden in der modernen Landwirtschaft als Unkräuter bekämpft und mit dem Herbizid Glyphosat (das als RoundUp vermarktet wird) totgespritzt. Auch durch Überdüngung finden viele Arten keine passenden Lebensbedingungen mehr. Düngemittel und Herbizide werden durch Wind- und Wassererosion von den Feldern in die anliegenden Lebensräume übertragen. Mit dem Regenwasser werden Sie auch ins Grundwasser gespült und von dort fast überall hin. Viele Pflanzenarten sind angepasst an nährstoffarme Bedingungen. Durch Düngemittel steigt der Nährstoffgehalt der Böden an und nun sind es andere Pflanzenarten, die diese Bedingungen besser nutzen können, schneller wachsen und die ursprüngliche Pflanze kann dort nicht mehr überleben.

    m Jahr 1962 erschien das Buch “Der stumme Frühling” von Rachel Carson und lenkte das erste Mal die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit auf chemische Gifte, die in der Landwirtschaft gegen Schädlinge und Unkräuter eingesetzt werden. Das Buch führte in vielen Ländern zum Verbot des auch für Menschen hochgiftigen Insektizids DDT. 1981 folgte dann „Der Kreislauf des Giftes“ von David Weir und Mark Shapiro. Sie zeigten auf, dass Pestizide, die in den Industrienationen verboten waren, weiterhin in Entwicklungsländern angewendet werden. Es dauerte noch einmal 23 Jahre bis die Rotterdamer Konvention im Jahr 2004 beschloss, dass Forschungsergebnisse über die Gefahren von Pestiziden öffentlich gemacht werden müssen, um einen wirksamen Schutz zu ermöglichen. Außerdem trat im gleichen Jahr die Stockholmer Konvention in Kraft, nach der 8 Insektizide (DDT, Aldrin, Chlordan, Dieldrin, Endrin, Heptachlor, Mirex und Toxaphen), das Fungizid HCB und weitere Industriechemikalien international verboten wurden. (Markus 2014)

    Doch mit dem Verbot von bestimmten Stoffen, begann die Entwicklung anderer Stoffe, die oft noch toxischer waren. Die Auswirkungen lassen sich, wie die Erfahrung zeigt, nicht sicher während der Zulassungsprüfung abschätzen, sondern äußern sich leider erst, nachdem die Gifte schon einige Jahre verwendet werden. Das Neonikotinoid Imidacloprid ist nachweislich für die Ausrottung der Hummelart Bombus muscorum in großen Gebieten Hollands verantwortlich und wurde dort im Jahr 2007 in Gewässern mit Konzentrationen gemessen, die bis auf das 4770-fache der als unbedenklich eingestuften Menge erhöht waren (Tennekes 2010). Im Frühjahr 2008 starben am Oberrhein in Deutschland auf einen Schlag 11.500 Bienenvölker durch das Beizmittel Chlotianidin. In Schottland reduzierte sich die Anzahl von Hummelköniginnen innerhalb von 6 Wochen um 85%, wenn sie mit Imidacloprid belastet waren (Whitehorn 2012). Selbst in kleinen Mengen führen die Neonikotinoide zu Entwicklungsschäden und zu Gedächtnis- und Orientierungsverlusten bei Bienen und anderen Insekten (Tirado et al. 2013).
    Im Jahr 2013 wurden nach dieser belastenden Beweislage drei Wirkstoffe aus der Gruppe der Neonikotinoide (Imidacloprid, Clothianidin und Thiametoxam) aufgrund des Vorsorgeprinzips verboten. Dieses gilt solange, bis deren Unschädlichkeit gegenüber Nicht-Ziel-Organismen – also Lebewesen, die vom Insektizid nicht primär getötet werden sollen – bewiesen ist. Die Hersteller Bayer, BASF und Monsanto klagen gegen diesen Entscheid vor dem Gerichtshof der Europäischen Union auf Schadensersatz. Sie fechten damit das grundlegende Vorsorgeprinzip an. Noch ist kein endgültiges Urteil gefallen.

    Trotz diesem Entscheid wurde nicht die gesamte Gruppe der Neonikotinoide verboten. Es sind weiterhin andere Wirkstoffe dieser Gruppe zugelassen und werden noch immer in großem Umfang verwendet.

    Es gehört heute zum Standard, dass Getreide bereits vor der Aussaat mit Giften behandelt wird. Bei dieser sogenannten Beizung wird der Samen mit dem Insektizid ummantelt, das Insekten tötet, die bei der Keimung oder später zum Problem werden könnten. Das Gift wird vorbeugend mitgeliefert, selbst wenn nicht bekannt ist, ob überhaupt die Gefahr für einen Schädlingsbefall besteht. Es gibt oft nur ein einziges Insekt, dass für die Feldfrucht zum Problem werden könnte. Das verwendete Gift wirkt jedoch immer auch giftig für andere Insekten, die sogenannten Nicht-Ziel-Organismen. Sie leiden trotzdem darunter, selbst wenn es Nützlinge wie die Bienen sind, die dringende benötigt werden.

    Die Arbeitsgruppe BEAD (Biological and Economic Analysis Division) der Umweltbehörde der Vereinigten Staaten von Amerika (Myers et al. 2014) kam zu dem Schluss, „dass diese Saat-Behandlungen für die Soja-Produktion in den meisten Fällen einen vernachlässigbaren Gesamtnutzen haben. Die veröffentlichten Daten ergeben, dass meistens kein Unterschied bezüglich der Sojabohnen-Ernte besteht, wenn die Sojabohnen-Saat mit Neonikotinoiden behandelt wurde im Gegensatz zu keiner Behandlung zur Insektenbekämpfung.” Das bedeutet, diese Gifte zeigen nicht einmal einen wirtschaftlichen Nutzen bei ihrer Anwendung. Die Landwirtschaft ist nicht von ihnen abhängig.
    Verbote für einzelne Pestizidgruppen oder ein Nutzungsverbot auf einzelnen Flächen wird das Problem nicht lösen. Die Gifte gelangen durch Boden, Grundwasser und die Nahrungskette in das gesamte Ökosystem und werden langsamer abgebaut als sie sich neu anreichern. Es braucht eine Rückbesinnung in der Landwirtschaft auf die wirksame Zusammenarbeit von Mensch und Natur, bei der die Nutzung von Giften nicht notwendig ist. Die ökologische Landwirtschaft zeigt, wie man Insekten und Kräuter, die als ungebetene Gäste auf Agrarflächen durch eine Überpopulation zum Problem werden, auch ohne Gifte kontrollieren kann.

    Ein Insekt kann nur zum Schädling werden, weil wir ihm ein unnatürlich großes Nahrungsangebot liefern und bereits die Ursache für eine Disharmonie in der Natur legen. Dem kann entgegengewirkt werden, indem man kleinere Ackerflächen mit abwechselnder Feldfrucht nutzt. Sollte es dennoch zu einem Problem durch übermäßigen Insektenfraß kommen, kann das zu einem Teil bereits durch die natürlichen Feinde, meistens Vögel, gelöst werden. Vögel brauchen jedoch Hecken und Bäume zum brüten – Strukturen, die wir leider mehr und mehr abgeschafft haben und die es gilt wieder anzulegen. Neben Vögeln lassen sich auch zusätzliche natürliche Feinde ausbringen. Vielen Insekten haben andere Insekten, die Jagd auf sie machen. Marienkäfer machen Jagd auf Blattläuse. Gegen Weiße Fliegen in Tomaten- und Gurkenkulturen lässt sich die Wespe Eucarsia formosa einsetzen, gegen den Kohlweißling in Kohlplantagen kann man die Wespe Apanteles glomeratus einsetzen.

    Auch Bakterien wie Bacillus thuringiensis können eingesetzt werden, um die Raupen von bestimmten Motten zu bekämpfen. Andere Bakterien werden gegen Schildläuse oder Kartoffelkäfer eingesetzt. Pheromone und Sexuallockstoffe können genutzt werden, um gezielt bestimmte Insektenarten in Fallen zu locken. Borkenkäfer, die in Wäldern zum Problem werden, können mit solchen Fallen aus Entfernungen von 5 km angelockt werden (Markus 2014). Die Liste der alternativen biologischen Schädlingsbekämpfung ist noch länger und listet auch Viren, Pilze und Fadenwürmer.

    Auch ohne natürlich Feinde kann man einige Schädlinge mit der sogenannten Push-pull-Technologie kontrollieren. Man pflanzt innerhalb der Kultur eine Pflanze, die auf den Schädling abstoßend wirkt (push) und um das Feld herum eine Pflanze, die der Schädling noch lieber fressen mag als die eigentliche Feldfrucht (pull). Der Schädling zieht dann in den Feldmantel um. Die Methode zeigt sich in Ostafrika bei Maiszünsler-Motten sehr erfolgreich (Markus 2014).

    Die Metaanalysen von Jane Bengtsson und David Hole kamen nach der Auswertung von zusammen genommen 193 Studien zu dem Ergebnis, dass die Artenvielfalt auf ökologisch bewirtschafteten Agrarflächen im Durchschnitt um 30% erhöht ist und die Populationen von Schmetterlingen, Spinnen, Wanzen, Ameisen und Käfern deutliche erhöht sind (Bengtsson et al. 2005, Hole et al. 2005). Zugleich konnte eine Abnahme der Schädlinge beobachtet werden. Das kann mit der Anwesenheit der zahlreichen Nützlinge erklärt werden. Nützlinge, wie z.B. räuberische Insekten, vermehren sich bei ausreichendem Nahrungsangebot immer schneller als ihre Beute, die gleichzeitig dezimiert wird (Markus 2014). Durch diesen Vorteil setzen sich die Nützlinge auf Dauer durch. Man muss den Nützlingen jedoch durch den Verzicht auf Insektizide auch die Chance geben, sich überhaupt etablieren zu können.

    Pestizide sind nicht die alleinige Ursache für das Insektensterben, aber sie sind eine Ursache, die wir von heute auf morgen sofort abschaffen können – und wir sollten es tun.

    Die ökologische Landwirtschaft schafft es auch auf Herbizide wie Glyphosat zu verzichten. Durch die Nutzung angepasster Fruchtfolgen können sich Unkräuter nur schwierig auf dem Acker etablieren. Spezielle Maschinenhacken und Striegel werden erfolgreich eingesetzt um aufkeimende Unkräuter mechanisch zu beseitigen.

    Eine gewisse Verunkrautung unterhalb der Schadensschwelle tritt in der Regel als normale Begleiterscheinung des Pflanzenbaus auf, weshalb oft auch nicht von Unkraut sondern von Ackerbegleitflora gesprochen wird. Die zweifellos höhere Dichte und Vielfalt an Wildkräutern auf Bio-Flächen hat eine wesentliche Bedeutung für die Stabilität des Agrarökosystems sowie für die Erhaltung der Artenvielfalt. Von den Wildkräutern sind wiederum tausende Tier-, Insekten- und Mikroorganismenarten abhängig, die ebenfalls wichtige Funktionen im Naturhaushalt und im Boden erfüllen. Daneben verringern Unkräuter die Wind- und Wassererosion sowie die Auswaschung von Nährstoffen ins Grundwasser.

    Die Insekten sind Teil unserer Natur und ihre Aufgaben können nicht ersetzt werden. Wenn man sich der Welt der Insekten nähert, entdeckt man schon bald eine Intelligenz, Schönheit und Farbenpracht, wie man sie nur bei wenigen Tiergruppen findet. Insekten können wunderschön sein und haben schon so manche Hochkultur spirituell und künstlerisch inspiriert. Wir haben bereits viel von ihnen gelernt und uns wichtige technische, chemische und medizinische Lösungen von ihnen abgeschaut. Und es gibt noch viel mehr zu entdecken.

    Wir benötigen eine komplette Agrarwende hin zum ökologischen Landbau ohne synthetische Gifte, um unsere Umwelt zu erhalten, die Insekten zu retten und gesunde Nahrungsmittel zu produzieren. Wir können die Lösung dieses Problems nicht mehr allein der Politik und der Landwirtschaft überlassen. Die Insekten brauchen jetzt unsere Unterstützung. Und diese fängt zum Beispiel auf dem Teller an.

    Text: Sebastian Lars Hausmann (Doktorand Biologie, M.Sc. Biodiversität, Evolution und Ökologie; Mellifera Regionalgruppe Berlin)

    REFERENZEN

    Aizen, M A, L A Garibaldi, S A Cunningham & A M Klein (2009): How much does agriculture depend on pollinators? Lessons from long-term trends in crop production. Ann Bot 103:1579-1588.

    Bengtsson J, J Ahnström & A-C Weibull (2005): The effects of organic agriculture on biodiversity and abundance: A meta-analysis, Journal of Applied Ecology 42 (2005) 261–269

    Binot-Hafke M, S Balzer, N Becker, H Gruttke, H Haupt, N Hofbauer, G Ludwig, G Matzke-Hajek & M Strauch (Red.) (2011): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1). Bundesamt für Naturschutz, Bonn-Bad Godesberg. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (3), 716 S., Euro 49,95. ISBN 978-3-7843-5231-2

    Bundesamt für Naturschutz – BfN (2012): Pressemitteilung zur Roten Liste, Band 3 – Wirbellose Tiere (Teil 1), bundesamt für Naturschutz, Bonn, August 2012

    Carson R (1990): Der stumme Frühling, Beck’sche Reihe, München, Erstausgabe 1962

    FAOSTAT – Food and Agriculture Organization of the United Nations. 2013. http://faostat3.fao.org/home/E; accessed November 2014.

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    IPBES (2016): Summary for policymakers of the assessment report of the intergovernmental science-policy platform on biodiversity and ecosystem services (ipbes) on pollinators, pollination and food production, Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, ISBN: 978-92-807-3568-0

    Krebs A & F Amiet (2012): Bienen Mitteleuropas – Gattungen, Lebensweise, Beobachtung. Haupt Verlag, Bern, Stuttgart, Wien, 1. Auflage 2012, 423 p.

    Markus M (2014): Unsere Welt ohne Insekten? Ein Teil der Natur verschwindet. Frankh-Kosmos Verlag, Stuttgart, 2014, ISBN 978-3-440-14336-0

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    Tennekes H (2010): The systemic insecticides: A disaster in the making, ETS Nederland BV, Zutphen, Niederlande (2010)

    Tirado R, G Simon & P Johnston (2013): Bye bye Biene? Das Bienensterben und die Risiken für die Landwirtschaft in Europa. Greenpeace Research Laboratories/Universität Exeter (England) 2013.

    Weir D & M Shapiro (1981): Circle of Poison: Pesticides and People in a Hungry World. Food First Books; First Edition (1981). ISBN 978-0935028096

    Whitehorn P R, S O’Connor, F L Wackers & D Goulson (2012): Neonicotinoid Pesticide Reduces Bumble Bee Colony Growth and Queen Production. Science, 336(6079), 351–352. http://doi.org/10.1126/science.1215025

  • Negative impacts of neonicotinoids in aquatic environments are a reality

    Negative impacts of neonicotinoids in aquatic environments are a reality

    Recent monitoring studies in several countries have revealed a world-wide contamination of creeks, rivers and lakes with neonicotinoid insecticides, with residue levels in the low μg/L (ppb) range. At least two main areas of concern can be identified: reduced capacity for decomposition of organic debris by aquatic organisms and starvation of insectivores and other vertebrate fauna that depend on invertebrates as a major or only food source. The fact that litter decomposition by stoneflies, crane flies, mayflies and amphipods is significantly reduced by concentrations of neonicotinoids that are currently found in many aquatic environments is of concern.

    Neonicotinoids do not cause fish mortality directly, but because aquatic invertebrates are a rich food source for many species of fish, depletion and disappearance of this source in waters contaminated with neonicotinoids could affect fish stocks in freshwater ecosystems. In the Netherlands, where residues of imidacloprid in water are the highest in the world, correlations between such residues and the decline of arthropod taxa such as Ephemeroptera, Odonata, Diptera and some crustaceans have been found.

    Many of the vertebrates living around rivers, lakes and ponds are insectivorous species that depend almost exclusively on aquatic invertebrates as their food source: frogs, newts, skinks and lizards, a large array of birds including passerines and waders, bats and shrews. All these animals, whether terrestrial or amphibian, draw their food from flying insects, their aquatic larvae, crustaceans and worms that live in the water environment. Consequently, the depletion of this food source must necessarily affect them.

    Source: Sánchez-Bayo F, Goka K and Hayasaka D (2016) Contamination of the Aquatic Environment with Neonicotinoids and its Implication for Ecosystems. Front. Environ. Sci. 4:71. doi: 10.3389/fenvs.2016.00071

  • Europese salamandersoorten staan op uitsterven

    Europese salamandersoorten staan op uitsterven

    Onderzoekers van de UGent slaan alarm: verschillende soorten Europese salamanders zijn in gevaar als we niet dringend maatregelen nemen tegen een schimmel. An Martel (UGent) en een door haar aangevoerde internationale ploeg onderzoekers waarschuwen in het wetenschappelijke topblad Nature dat het snel de verkeerde kant op kan gaan met een hele reeks Europese salamanders. Zelfs een vluchtig contact met de Bs-schimmel (Batrachochytrium salamandrivorans) kan de diertjes fataal worden. De schimmel werd drie jaar geleden door Martel ontdekt (ze haalde er toen het andere topblad Science mee). De naam die ze hem gaf, betekent ‘amfibieschimmel die salamanders verslindt’. Hij moet al zo’n zeventig miljoen jaar bestaan op Zuidoost-Aziatische salamanders, die er zelf in de loop van de evolutie weerstand tegen hebben opgebouwd. Door de drukke internationale handel in salamanders kwam hij terecht bij soorten die er niet tegen bestand zijn en richt er ravages aan. Nu hij los is, kan niets hem nog tegenhouden, vreest Martel. ‘Ook de Alpen en de Pyreneeën niet. Alleen de Britten kunnen hopen dat ze beschermd blijven door de zee.’

    Meteen na haar ontdekking volgde Martel twee jaar lang een populatie Belgische vuursalamanders. Die stortte in hoog tempo in, zonder enig spoor van herstel. Hetzelfde staat een hele reeks Europese salamanders te wachten, waarschuwen de onderzoekers in Nature. Omdat de schimmel zo vroeg in zijn opmars al geïdentificeerd werd en zijn gedrag ontrafeld, was er nog (een beetje) tijd voor bestrijdingsmaatregelen. De schimmel nog uit het milieu halen zit er niet meer in, en vaccins zijn niet evident. Maar andere maatregelen misschien wel. Daarbij hoort ook: alles hebben klaarstaan om de laatste exemplaren van een soort voort te kweken in gevangenschap. ‘Mijn collega’s en ik zullen blijven zeuren tot de politici hun verantwoordelijkheid opnemen’, zei Martel in 2014 tegen deze krant, toen ze net de schimmel had ontdekt. Vandaar nu de brandbrief in Nature.

    Blijkbaar heeft het gewerkt. Haar universiteit meldt in een persbericht dat de Europese Commissie alvast 0,9 miljoen euro vrijmaakte voor een controleprogramma in de zeven meest bedreigde landen. Daar is België bij. Natuurpunt meldt dan weer dat onze ministers van Leefmilieu en Landbouw het bijbehorend nationaal actieplan goedkeurden, met meldpunten, hygiëneprotocols, onderzoek naar bestrijdingsmiddelen. En niet te vergeten: communicatie tussen federale en regionale autoriteiten, drie ministeries en hun diensten. Maar aan de eigenlijke oorzaak, de handel in exotische dieren, wordt intussen nog steeds niets gedaan, klaagt Natuurpunt.

    Bron: De Standaard, 21-04-17
    http://www.standaard.be/cnt/dmf20170420_02843451

  • Verschwinden von Kröte und Käfer im Landkreis Göttingen

    Verschwinden von Kröte und Käfer im Landkreis Göttingen

    Nach Angaben des Umweltamtes des Landkreises Göttingen sind in den vergangenen 30 Jahren folgende Arten ausgestorben: Steinkauz (Athene noctua), Grauammer (Emberiza calandra, Syn.: Miliaria calandra), Uferschwalbe (Riparia riparia), Kreuzotter (Vipera berus), Europäischer Flusskrebs (Astacus astacus), Goldener Scheckenfalter (Euphydryas aurinia, Syn.: Eurodryas aurinia), Schwarzfleckiger Ameisenbläuling (Phengaris arion). Darüber hinaus gibt es von folgenden vom Aussterben bedrohten Arten im Landkreis Göttingen nur noch ein einziges Vorkommen: Gelbbauchunke (Bombina variegata), Laubfrosch (Hyla arborea), Kreuzkröte (Epidalea calamita, Syn.: Bufo calamita), Kiebitz (Vanellus vanellus). „Diese Restvorkommen liegen fast alle in FFH-Gebieten. Für solche Arten wird intensiv an der Erhaltung dieser Vorkommen gearbeitet“, so Kreisverwaltungssprecher Ulrich Lottmann.

    Quelle: Göttinger Tageblatt, 27.06.16
    http://www.goettinger-tageblatt.de/Goettingen/Themen/Thema-des-Tages/Klimawandel-wirkt-sich-auf-Tier-und-Pflanzenwelt-in-der-Region-Goettingen-aus